Ausstellung im Kulturzentrum Hardtberg

Tod im Café und Leben in der Box

Eröffnung der Ausstellung: Diese Figur aus Draht ist buchstäblich in ihr Buch vertieft. „Leselust“ nennt Christina Becker ihr Werk.

Eröffnung der Ausstellung: Diese Figur aus Draht ist buchstäblich in ihr Buch vertieft. „Leselust“ nennt Christina Becker ihr Werk.

DUISDORF. Die Kunst-Abiturienten vom Helmholtz-Gymnasium zeigen Werke aus dem Unterricht ihres Leistungskurses im Kulturzentrum Hardtberg.

Zwei Geschwister streiten sich um ein Erbe – der Streit endet damit, dass eines von beiden vergiftet am Boden liegt. Eine Enthüllungsjournalistin gerät ins Fadenkreuz, eine Pokerspielerin, die sich verzockt hat, was für sie tödlich endet, ein Selbstmordattentäter stürmt das Szenario: Das alles spielt sich in einem Café ab, in dem zehn Schüler des Leistungskurses Kunst am Helmholtz-Gymnasium die entsprechenden Geschichten für „szenische Fotografie“ nachgestellt haben. Ein Ausschnitt des Cafés und die Fotos sind jetzt zusammen mit anderen Werken im Kulturzentrum Hardtberg zu sehen.

Unter dem Titel „Leichenschmaus und andere Köstlichkeiten, Kunst und Musik“ zeigen die Schüler ihre LK-Arbeiten. Dabei dreht sich nicht alles um den Tod. In zehn unterschiedlichen Behältnissen sind Lebensgeschichten von fiktiven Personen dargestellt: Das Leben eines rüstigen Rentners passt in einen Aktenkoffer, das eines Neonazis ist in einem Werkzeugkasten untergebracht, eine mit Papier beklebte Schachtel zeigt Accessoires aus dem Leben einer Zwangsprostituierten und so weiter. „Gemeinsamer Nenner ist immer ein Schlüsselbund“, erklärte Johannes Phan bei der Vernissage gestern Mittag.

Man sieht Buntstiftzeichnungen zum Thema „Sie haben eine neue Nachricht“. Meist sind das schlechte Mitteilungen: Eine Frau erhält eine schlimme Prophezeiung von einer Wahrsagerin, der Reeder der Titanic bekommt einen Brief, eine Frau sieht Bilder von einem Flugzeugabsturz im Fernsehen. „Wir haben uns dabei mit narrativen Techniken auseinandergesetzt“, sagte Lara Verschragen.

In der Wahl der Materialien war man laut Schülerin Majda Saidi vollkommen frei. Man sieht Malereien, Skulpturen aus Ton, Draht und Seife, Schüler porträtierten sich selbst beim Kochen oder charakterisierten durch passende Gegenstände und Darstellungen indirekt ihre Mitschüler, und vieles mehr. Alles entstand im Unterricht bei Lehrerin Ulrike Carstensen für das Vorabitur.

Die Ausstellungseröffnung wurde musikalisch begleitet von Mitschülern, zum Teil Gewinner von „Jugend musiziert“. Die Auswahl war passend zum „Tod im Café“ gewählt. Man hörte Werke von Bach, Brahms und Schubert, aber auch Filmmusik.

Thomas Conzen spielte am Violoncello das Thema aus „Spiel mir das Lied vom Tod“ von Ennio Morricone und wurde am Klavier von Eva Quiring begleitet. Die Werkschau ist bis zum 15. März im Kulturzentrum, Rochusstraße 276, zu sehen.