Tierquälerei am Brüser Berg

Täter legen Pferden Schlingen um den Hals

Bonn. Sabine Körner ist fassungslos. Mehrere Pferde haben sie und zwei Freundinnen gemeinsam auf einer Weide am Brüser Berg, in der Nähe des Brüser Damms untergebracht. Nun wurden die Tiere gleich zweimal angegriffen – und das innerhalb von einer Woche.

Der erste Vorfall ereignete sich am 6. April. Unbekannte hatten einer Stute eine Schlinge um ein Hinterbein gebunden. „Allerdings sehr locker“, beschreibt Körner. Dabei hätte sie sich noch nicht viel gedacht, dennoch erstattete sie Anzeige bei der Polizei. Schließlich könne man nie wissen, was wirklich dahinter stecke. Am 16. April dann bestätigte sich ihre Befürchtung.

Als sie auf die Weide kam, trugen zwei Pferde Schlingen um den Hals – gefertigt aus so genannten Stromlitzen. „Die Schlaufen erinnerten an Lassos, saßen allerdings ebenfalls locker“, so Körner. Das Material hatten sich die Täter vor Ort beschafft: Das Stromband nutzen die Pferdehalter für Reparaturarbeiten unter anderem an den Koppelzäunen, sie liegen in der Sattelkammer. Genau wie die Holzsichel, mit der die Täter die Schlingen zugeschnitten haben. „Im Anschluss haben sie alles weggeräumt und die Sattelkammer wieder verschlossen“, berichtet Körner. Daher habe es den Anschein, als wollten die Unbekannten die Tiere nicht wirklich verletzten – sicher sei sie aber nicht. „Es war jemand an den Pferden, das ist hinterlässt ein mulmiges Gefühl.“ Zumal nicht klar sei, ob und falls ja, was noch passieren werde.

Körner weiß, wovon sie spricht. Im Juli 2016 hatten Unbekannte ihrer Friesenstute Maaike, die auf einer Weide in Witterschlick stand, ein Seil um den Hals gebunden (der GA berichtete). Dieses hatten die Täter so fest zugebunden, dass das Tier keine Luft mehr bekam und krampfend umfiel. „Die Zunge war auch ganz blau“, berichtete Körner damals, die mit ihrem Mann das Pferd in letzter Sekunde retten konnten, in dem sie das Seil durchtrennten.

So schlimm wie damals sei es nicht gewesen, die Tiere seien nicht verletzt worden und „gut drauf“, sagt Körner. Dennoch ist die Weidebesitzerin wachsam. So wurden Kameras installiert, um das Geschehen besser im Auge zu haben. Und: „Ich möchte nichts herunterspielen, die Anzeige bei der Polizei ist erstattet.“ Das bestätigt Polizeisprecher Frank Piontek. Die Ermittlungen laufen, aber: „Der Hintergrund ist noch völlig unklar“, so Piontek.

Wer etwas beobachtet hat, wird gebeten, sich bei der Polizei zu melden. Die Ermittler sind erreichbar unter 0228/150.