Pferdekoppel in Lengsdorf

Stute muss in Bonn aus Böschung gerettet werden

Bonn. Eine ältere Stute hat auf einer Koppel in Bonn-Lengsdorf nahe der Ippendorfer Straße am Dienstagvormittag einen Rettungseinsatz ausgelöst. Die Feuerwehr und ein Tierarzt waren vor Ort und mussten das Pferd aus einer Böschung retten.

Ihre Fähigkeiten bei einer Tierrettung stellte die Bonner Feuerwehr am Dienstag bei einem rund zweistündigen Einsatz in Lengsdorf unter Beweis. Am späten Vormittag hatte sich eine knapp 28 Jahre alte Rheinland-Stute auf einer Weide nahe der Ippendorfer Straße in eine höchst missliche Lage gebracht. Offensichtlich beim Wälzen beziehungsweise möglicherweise nach einem Ausrutscher auf dem schlammigen und abschüssigen Gelände war die betagte Stute so unglücklich in Rückenlage geraten, dass sie aus eigener Kraft nicht mehr auf die Beine kam. „Der Schwerpunkt lag zu ungünstig“, erklärte Einsatzleiter Sebastian Sedlacek. „Das muss man sich wie bei einer Schildkröte vorstellen, die auf dem Rücken liegt.“

Sedlacek verfügt über Erfahrung in Sachen Tierrettung. Erst vor kurzem hatte er als Einsatzleiter für einen ungewöhnlichen Feuerwehreinsatz auf der Graurheindorfer Straße verantwortlich gezeichnet. Bei einem unglücklichen Wendemanöver war der Anhänger eines Tiertransportes umgekippt, der Schweine geladen hatte.

Aufmerksam auf die Notlage der Stute war eine Anliegerin geworden, die nach eigener Aussage mit ihrem Mann spazieren war. Die Frau alarmierte sofort die Feuerwehr, die sich mit 22 Einsatzkräften zunächst vergeblich bemühte, das Pferd wieder aufzurichten. Das hatte auch damit zu tun, dass die Stute immer wieder eigene Anstrengungen unternahm, um aufzustehen, aber letztlich an dem steilen Gelände und einem üppigen Buschwerk scheiterte, in dem sie sich immer wieder mit ihren Hufen verfing. Schließlich wurde eine Tierärztin hinzugezogen, die dem Pferd ein Beruhigungsmittel spritzte. Danach konnten Feuerwehrleute die Stute an Bandschlingen befestigt mit einem Schlepper auf ebeneres Gelände ziehen.

Nach einer Infusion und dem Nachlassen des Beruhigungsmittels gelang es den Wehrleuten, der Tierärztin, weiteren Helfern und Eigentümer Cyrius Poonawalla, der inzwischen auf der Weide eingetroffen war, die Stute wieder auf ihre Beine zu stellen. Für den Bornheimer, der Tiziana seit 17 Jahren besitzt, ein höchst glücklicher Augenblick. „Ich bin wirklich erleichtert“, sagte er sichtlich bewegt. Er hofft, dass Tiziana jetzt in Ruhe ihr Gnadenbrot auf der Weide genießen kann. Denn geritten werde die alte Dame schon seit zehn Jahren nicht mehr.