Bau nie fertig geworden

Stadt will Vereinsheimruine am Brüser Berg abreißen

Seit 2012 steht das geplante Vereinsheim im Rohzustand vor dem Kunstrasenplatz am Schießstandweg. Die Stadt hat es eingezäunt, um Unfälle und Vandalismus zu verhindern.

Seit 2012 steht das geplante Vereinsheim im Rohzustand vor dem Kunstrasenplatz am Schießstandweg. Die Stadt hat es eingezäunt, um Unfälle und Vandalismus zu verhindern.

Brüser Berg. Jetzt ist es amtlich, die Stadt will die Bauruine des Vereinsheims am Schießstandweg nicht fertigstellen, sondern komplett abreißen. Das Gebäude ist durch den langen Leerstand und Vandalismus schwer in Mitleidenschaft gezogen.

Mit einem Beschlussvorschlag für die Bezirksvertretung im Juni und den Stadtrat im Juli will sich das federführende Sport- und Bäderamt grünes Licht holen, das seit dem Baustopp 2012 vor sich hingammelnde Gebäude niederzulegen.

Allerdings geht das erst, wenn die Stadt Bonn die rechtliche Verfügungsgewalt über das Grundstück und die Aufbauten besitzt. Das ist auch nach sechs Jahren Stillstand noch nicht der Fall. Das Rechtsamt hat aber inzwischen einen Antrag auf Einleitung der Zwangsversteigerung bei Gericht gestellt. Die Stadt rechnet damit, dass es dann einen Versteigerungstermin in der zweiten Jahreshälfte 2018 geben wird.

„Es ist davon auszugehen, dass die Stadt Bonn über das Grundstück inklusive Aufbauten frühestens 2019 die rechtliche Verfügungsgewalt erhält“, heißt es in der Beschlussvorlage. Für das Verfahren sei keine Beschleunigung zu bewirken.

Die Stadtverwaltung will sich schon jetzt den Abriss politisch genehmigen lassen, damit nach Ende der Zwangsversteigerung keine weitere Verzögerung eintritt und man umgehend handeln kann. Damit bewahrheitet sich, was immer gemutmaßt wurde. Das Gebäude hat keine Zukunft mehr, ist durch den langen Leerstand bei Wind und Wetter sowie Vandalismus schwer in Mitleidenschaft gezogen. Auch gab es Anfang 2017 einen Brand, der von einem Großaufgebot der Feuerwehr gelöscht wurde.

Ruine soll nicht von Unbefugten betreten werden

Die aktuelle Situation ist in Hinblick auf die Verkehrssicherheit „äußerst unbefriedigend“, stellt Sportamtsleiter Stefan Günther fest. Schon jetzt zäune die Stadt das Gelände ein – obwohl eigentlich dafür nicht zuständig –, damit keine Unbefugten die Ruine betreten und zu Schaden kommen. „Es kommt darüber hinaus immer wieder zu Beschädigungen der Absperrung, sodass sich dort Menschen in Gefahr bringen.“

Wie hoch die Kosten für den Abriss des Rohbaus sein werden, lässt die Stadt bisher offen. Angekündigt wurde nur, dass Finanzmittel im städtischen Haushalt 2019/2020 bereitgestellt werden. In einer früheren Mitteilung durch den Insolvenzverwalter des 1. SF Brüser Berg wurden die Abrisskosten von einem Gutachter auf 50 000 Euro geschätzt. Eine Fertigstellung des Vereinsheims wäre demnach mit 400 000 Euro ungleich teurer gewesen. Vor drei Jahren war die Bausubstanz noch in Ordnung.

Positive Nachrichten gibt es für den 1. JFC Brüser Berg, der 2015 gegründet wurde und mit weiteren Clubs den Kunstrasenplatz nutzt. Dieser ist vor allem in seiner Mitte großflächig abgenutzt, außerdem lösen sich nach zehn Jahren die Nähte, die Tragschicht ist dagegen in Ordnung. Die Stadt empfiehlt, den Kunstrasenbelag nun auszutauschen, wofür 250 000 Euro nötig sind. Die Bezirksvertretung Hardtberg hat es in ihrer Sitzung am Dienstag, 15. Mai, in der Hand, das Vergabeverfahren einzuleiten.