Von Fotografie bis zu Papierobjekten

So war der Kunst- und Kreativmarkt auf dem Brüser Berg

Faltkunst: Brigitte Wulff vor ihrem Stand mit Papierobjekten.

Faltkunst: Brigitte Wulff vor ihrem Stand mit Papierobjekten.

Brüser Berg. Zahlreiche Besucher sind am Wochenende zum Brüser Berger Kunst- und Kreativmarkt gekommen. Ein besonderer Blickfang waren Fotos von Baumrinden.

Es war der inzwischen 19. Kunst- und Kreativmarkt, zu dem der Verein Stadtteilkultur Brüser Berg für das Wochenende eingeladen hatte. In diesem Jahr reduzierte sich die Ausstellung erstmals auf den großen Saal des Ortsteilzentrums und einen Raum des Nachbarschaftszentrums und fand nicht – wie in der Vergangenheit – im Gemeindesaal der Edith-Stein-Kirche statt. Dies sei durch eine Mieterhöhung von 270 Prozent unmöglich geworden, so der Verein. Dem Interesse an den künstlerischen Gegenständen tat dies jedoch keinen Abbruch. So herrschte trotz des wunderschönen Frühlingswetters bereits am Eröffnungstag reges Treiben in den Räumen.

Acht Mitglieder der Stadtteilkultur zeigten ihre Kunst, außerdem noch vier Gäste. Fast zwei Räume nahmen die Werke von Anne Hensgen ein: Sie beschäftigt sich mit Fotografie, aber auch Fotomontagen wie beispielsweise das Bild aus der Serie Arboretum, auf dem das Stadtteilzentrum von riesigen Bäumen überwuchert wird. Etwas weniger bedrohlich wirkten da die Fotos von Baumrinden, die teils einen faszinierenden Sog auf den Betrachter ausübten.

Papierobjekte aus Buchseiten

An anderer Stelle wurde aus alt neu, wenn Brigitte Wulff aus Buchseiten Papierobjekte zum praktischen Gebrauch herstellt. Ihre Kunstwerke sehen nicht nur schön aus, sondern eignen sich auch wunderbar als Aufbewahrung für Notizen und Visitenkarten. Zu der Herstellung ist die Malerin wie die Jungfrau zum Kinde gekommen: „Wir machen ja seitens der Stadtteilkultur auch immer wieder Angebote für Gäste. Und man kann schließlich nicht an einem Nachmittag ein komplettes Acrylbild mit den Besuchern malen. Gerade zu der Zeit fiel mir ein Buch in die Hand mit Ideen dafür, was man mit alten Büchern machen kann. Die Objekte sind schnell herzustellen, das Material hat jeder zu Hause, und es eignet sich sogar auch zum Basteln mit Kindern. Seitdem bin ich auf die gefalteten Papierobjekte programmiert, wenn wieder eine Veranstaltung der Stadtteilkultur ist“, sagte Wulff und lachte. Am liebsten seien ihr Micky-Maus-Hefte, weil die so schön bunt sind.

Auch Gastkünstler Hermann Rathke beschäftigt sich mit recycelter Kunst, denn er stellt aus alten Weinflaschen neue Glasobjekte her. Mit einer getöpferten Version des Stadtteils beteiligte sich auch das Jugendzentrum Brüser Berg an dem Kunst- und Kreativmarkt. Selbst die Besucher konnten künstlerisch aktiv werden und bei einer Mitmachaktion ihre eigene Collage herstellen.

Die Planungen für das nächste Jahr laufen schon jetzt: Im Flur waren zerstückelte Porträts der zehn Mitglieder der Stadtteilkultur zu sehen, die bis zum nächsten Markt ergänzt werden sollen. Das Ergebnis wird dann als Gemeinschaftsarbeit präsentiert.