Arbeiten an der Lengsdorfer Hauptstraße

Schlussphase bei Pflasterarbeiten hat begonnen

Bauarbeiten in der Lengsdorfer Hauptstraße. Die Pflasterarbeiten sollen am Montag, 17. Juni abgeschlossen sein.

Bauarbeiten in der Lengsdorfer Hauptstraße. Die Pflasterarbeiten sollen am Montag, 17. Juni abgeschlossen sein.

Lengsdorf. Die Arbeiten am Kanal und an der Straßendecke der Lengsdorfer Hauptstraße sind abgeschlossen. Nun müssen die Baustoffe noch vier Wochen lang abbinden. Dann rollt hier der Verkehr wieder.

Die neu asphaltierte und gepflasterte Lengsdorfer Hauptstraße ist nicht zu übersehen – an vielen Stellen ist die Großbaustelle inzwischen abgeschlossen. Baustellenschilder stehen allerdings noch immer viele in der Straße, im Bereich der Brückenstraße waren Ende vergangener Woche Arbeiter noch damit beschäftigt, das Pflaster zu verlegen. Die beiden Männer aus Portugal mussten dabei jeden Stein einzeln anfassen mit Mörtel bestreichen und in das Erdreich klopfen. Eine mühselige Arbeit. Seit Montag sind die Bauarbeiten in der Lengsdorfer Hauptstraße beendet. „Nun folgt noch die Abbindezeit der hydraulischen Baustoffe von vier Wochen. Erst danach kann die Verkehrsfreigabe erteilt werden kann“, erklärt Stefanie Zießnitz vom städtischen Presseamt auf GA-Anfrage. Während einige Teilbereiche wieder befahrbar sind, ist eine Durchfahrt noch nicht möglich. Eine Sperrung, die Probleme mit sich bringt.

Die negativen Auswirkungen der Baustelle spürt vor allem das griechische Restaurant „Spiro“. „Uns macht die Baustelle ganz viele Probleme. Ich hoffe, dass die Arbeiten bald fertig sind“, sagt Inhaberin Eleni Vuzellas. Es würden spürbar weniger Gäste kommen. Sie schätzt, dass es nicht mal mehr 50 Prozent der üblichen Kundschaft ist. „Wir leben vor allem von Kunden, die bei uns von außerhalb bestellen und abholen. Die kommen aber alle nicht mehr, weil sie hier nirgends parken können“, so Vuzellas. Sie habe allerdings an den normalen Öffnungszeiten festgehalten und auch die Speisekarte nicht verändert, damit alles „irgendwie normal weitergehen“ könne. Sie habe zwar Verständnis für die Baustelle, allerdings würden die Arbeiten einfach zu lange dauern.

Lärm und Schmutz

„Ich sehe die Bauarbeiten ganz entspannt“, sagt Michaela Manns von Elektro Manns. Die Familie hat ein eigenes Ladenlokal in der Lengsdorfer Hauptstraße. „Wir arbeiten vor allem draußen beim Kunden, sind daher nicht so sehr auf unser Geschäft hier in der Straße angewiesen – allerdings ist es seit der Baumaßnahme schon ruhiger geworden“, berichtet sie. Verständnis für die Arbeiten und den daraus resultierenden Lärm und Schmutz habe sie aber – schließlich seien die Arbeiten am Kanal nach mehr als 100 Jahren notwendig. Manchmal könne sie allerdings die Organisation einzelner Bauabschnitte nicht nachvollziehen. „Es erschließt sich mir als Laie zum Beispiel nicht, warum einige Trocknungsphasen derart lange dauern“, so Manns.

Eine Anwohnerin, die nicht namentlich genannt werden möchte, empfindet die Situation an der Lengsdorfer Hauptstraße als „katastrophal“. Die Baustellenbeschilderung sei schlecht, immer wieder würden Autofahrer in die Baustelle fahren und dann inmitten dieser wieder wenden. Außerdem wäre es sehr laut, und die Baustelle verursache viel Schmutz. „Was wir hier in der Straße nicht verstehen konnten, dass gesagt wurde, erst ab einer Temperatur ab fünf Grad Celsius könne gepflastert werden – dabei hatten wir fast nie Temperaturen darunter“, so die Anwohnerin. Die Stadt hatte deshalb im Winter per Brief die Anwohner darüber informiert, dass die Pflasterarbeiten erst im Frühjahr ausgeführt werden könnten.

930.000 Euro Kosten

„Diese Arbeiten sind erst ab Frühjahr möglich gewesen, weil stetige Temperaturen von mehr als fünf Grad auch nachts herrschen muss“, erklärt das städtische Presseamt. Und im Bereich des Hauses mit der Nummer 23-25 habe man nicht pflastern können, weil dort bald eine Hochbaumaßnahme anstehe, die auch in den Verkehrsraum reichen werde, so das Presseamt.

Die Kanalbauarbeiten haben laut Stadtverwaltung rund 700.000 Euro gekostet, die Straßenarbeiten rund 230.000 Euro. Die Schlussrechnung liegt zwar noch nicht vor, die Stadt rechnet aber damit, dass die Summen nicht höher ausfallen.