Meßdorfer Feld

SPD will keine neue Straße durchs Feld

Spaziergänger mit und ohne Hund schätzen und nutzen das Meßdorfer Feld gerne als Naherholungsgebiet.

Spaziergänger mit und ohne Hund schätzen und nutzen das Meßdorfer Feld gerne als Naherholungsgebiet.

HARDTBERG. „Wenn das Meßdorfer Feld einmal angeschnitten worden ist, dann können wir die Zerstörung nicht mehr stoppen“, prophezeit Dominik Loosen, Vorsitzender der SPD-Bezirksfraktion, und erntete bei seinen Zuhörern Zustimmung.

Allerdings wollen die Hardtberger Sozialdemokraten, die „Bürgerinitiative für die Erhaltung des Meßdorfer Feldes“ sowie die Piraten dabei nicht tatenlos zusehen. Nachdem das Thema jetzt erneut auf der Tagesordnung der Bezirksvertretung stand, sind die Gegner des Projekts alarmiert.

Vor Ort trafen sie sich am Samstag bei strömendem Regen, um darüber zu diskutieren, welche Konsequenzen eine weitere Bebauung haben würde. Die SPD-Fraktion bleibt in dieser Frage bei ihrem Standpunkt: „Wir wollen das Meßdorfer Feld von jeder Bebauung frei- und als Frischluftschneise für die Stadt erhalten“, erklärte die Stadtverordnete Gabi Mayer gleich zu Beginn. Sie lässt sich auch nicht mit der Aussicht auf dringend benötigte neue Wohnungen ködern. „Das ist doch nur ein vordergründiges Argument. Dort würden bestimmt keine preiswerten Wohnungen entstehen“, so Mayer.

Vor einer „Salamitaktik“ warnt auch Rudolf Schmitz von der Bürgerinitiative. Er will, dass der geplante zweite Bauabschnitt „Am Bruch“ dauerhaft verhindert wird. „Wir wollen endlich Sicherheit haben. Heute und in Zukunft.“ Zwar ist der größte Teil des Feldes als landwirtschaftliche Nutzfläche ausgewiesen und damit als Naherholungsgebiet geschützt. Jedoch sei das Areal durch Baugebiete an den Rändern schon jetzt immer kleiner geworden.

Nicht nur eine eventuelle Bebauung bringt Anwohner, Umweltschützer und Politiker auf die Palme. Denn um ein neues Areal für rund 230 Wohneinheiten zu erschließen, müsste eine Entlastungsstraße gebaut werden. „Die“, so Loose „würde eine weitere Bebauung bis nach Endenich möglich machen.“ Deshalb waren sich die Teilnehmer des Informationsrundgang einig: „Wir fordern, dass es weder einen zweiten Bauabschnitt, noch eine neue Straße gibt“, so ihre Forderung.

Auch die Piraten lehnen eine weitere Bebauung ab und fordern alle Parteien dazu auf, eine dauerhafte Lösung zum Erhalt zu finden. „Das Gelände an der ehemaligen Stadtgärtnerei sowie der zweite Bauabschnitt in Lessenich dürfen nicht bebaut werden, da das Meßdorfer Feld als Frischluftschneise, Landschaftsschutzgebiet, städtisches Naherholungsgebiet sowie als landwirtschaftliche Nutzfläche für die Stadt Bonn sowie für die Stadtteile Dransdorf, Lessenich und Meßdorf unersetzlich ist“, erklärte ihr Sprecher Jens Heitmann.