Neue Wegweiser

Richtungspfeile führen in die Irre

Zum Rhein? Nein, wenn man diesem Weg folgt, kommt man erst mal genau nach Endenich.

DUISDORF/LESSENICH/ENDENICH/DRANSDORF. Wanderer, kommst du ins Meßdorfer Feld, so wirst du neuerdings schwer in die Irre geführt. Denn die Bodentafeln, die dieser Tage in die Wege für das Projekt "Grünes C" eingelassen werden, haben allem Anschein nach die falschen Richtungspfeile.

Beispiel gefällig? Wenige Meter vor der Grenze zu Endenich weist der Pfeil genau in die entgegengesetzte Richtung (Foto rechts). Auch Ortsunkundige, die in gutem Glauben den Pfeilen zum "Rhein" folgen, dürften sich wundern: Denn der Rhein ist erstens noch ziemlich weit weg, und zweitens weisen die Pfeile zum Teil in entgegengesetzte Richtungen.

Ein GA-Leser ulkt bereits: "Vielleicht bringt man auch Schilder mit 'Brüssel' an, um zu zeigen, wer diesen Irrsinn finanziell unterstützt." Hinzu kommt: Die Wege nach Endenich und zum Rhein sind vielfach ausgeschildert (wenn auch zum Teil falsch). Auf Duisdorf und Dransdorf weist dagegen nicht ein einziger Wegweiser hin.

Der Anschein, die Platten seien falsch eingebaut, ist nicht richtig: Denn teils sei ein Umweg durchaus einkalkuliert, so eine Sprecherin des Presseamtes. Ein Bauarbeiter vor Ort meinte: "Sie kommen von Stein zu Stein, und der führt sie dann irgendwann auch zum Rhein - vielleicht nicht auf dem kürzesten, aber auf dem schönsten Weg."

Da wundert sich der Laie, und der Geograf bekommt das Grausen: Eindeutig ist die Reaktion von Spaziergängern: "Das ist die pure Geldverschwendung, das war doch 30 Jahre okay hier", sagte ein Mann. Ein Radfahrer: "Statt Bodenplatten zu setzen, sollte man lieber die notdürftig geflickten Wege instand setzen."

Andere äußern in Teilen Verständnis. "Dass hier neue Bänke aufgestellt wurden, finde ich eigentlich gut", sagte eine Frau. "Denn die alten sind immer kaputt gemacht worden." Trost am Rande: Diejenigen, die im Meßdorfer Feld spazieren gehen, sind in der Regel keine Touristen, sondern kennen sich aus. Und verlaufen sich - Wegweiser hin oder her - garantiert nicht.

Das ist das "Grüne C"

Dieses Pilotprojekt in Bonn, Bornheim, Niederkassel, Sankt Augustin, Troisdorf und Alfter will große Freiflächen sichern und miteinander verknüpfen, um Naturräume aufzuwerten. Der Name ergibt sich aus der C-Form, die durch Aneinanderreihung der Flächen entsteht.

Dadurch soll ein "Park der Kulturlandschaften" entstehen, mit Landschaftstoren, Ausruhstationen, Infotafeln sowie Wegen, die als "Link" bezeichnet werden. Allein im Meßdorfer Feld wurden vier solcher Tore gebaut. Das Projekt des NRW-Strukturförderprogramms Regionale 2010 kostet 24,6 Millionen Euro, zu 80 Prozent finanziert aus EU-Fördermitteln sowie durch Bund und Land. Den 20-prozentigen Rest steuern die teilnehmenden Kommunen bei.