Turnhallen für Flüchtlinge

Rektorin mahnt: Schulsport ist Pflicht

Wird zur Notunterkunft für Flüchtlinge: Die Turnhalle Wasserland.

Wird zur Notunterkunft für Flüchtlinge: Die Turnhalle Wasserland.

30.01.2016 Brüser Berg. Die Vereine, die gegen die Belegung von Sporthallen als Flüchtlingsunterkunft mobil machen, bekommen Unterstützung vom Hardtberg-Gymnasium, dessen Sporthallen auch auf der Liste der Stadt stehen.

Schulleiterin Inge Stauder und Schulpflegschaftsvorsitzender Wolfgang Bender haben Oberbürgermeister Ashok Sridharan in einem Brief jetzt eindringlich gebeten, die Hallen weiterhin dem Schulsport zur Verfügung zu stellen und andere Alternativen für die Notunterkünfte zu prüfen.

In dem Brief, der schon Ende voriger Woche geschrieben, aber erst gestern der Presse zugeleitet wurde, weisen Stauder und Bender darauf hin, dass es mit allergrößten Einschränkungen für den Schulsport verbunden sei, wenn das Schulzentrum die Hardtberghalle und die kleinere Turnhalle nicht mehr nutzen könne. Die Hallen würden bis etwa 18 Uhr durchgängig von den insgesamt 1860 Kindern und Jugendlichen der drei Schulen belegt.

Im Hardtberg-Gymnasium gehöre der Fachbereich Sport für die 950 Schüler aufgrund einer langen Tradition zum Profil. Für viele Schüler sei der Sportunterricht die einzige regelmäßige Bewegungsmöglichkeit, da sie nicht in Sportvereinen aktiv seien. Der Schulsport sei unerlässlicher Bestandteil der Stundentafel, die in allen Schulen zwingend umzusetzen sei. Es gebe mehrere Sport-Leistungskurse, womit eine Verpflichtung auf einen fünfstündigen Unterricht in einer Sporthalle gegeben sein müsse.

Die Schwerpunktsetzung auf Volleyball brauche zudem eine Halle mit einem entsprechenden Boden. Auch in den Grundkursen sei vorgegeben, dass Sport als Pflichtfach mit der vollen Stundenzahl zu erteilen sei. Ähnlich sei das in der Mittelstufe. Hinzu komme, so Stauder und Bender: Das Schulzentrum sei auch Ausbildungsstätte für Sportlehrer-Referendare. „Diese haben ein Anrecht auf eine adäquate Ausbildung“, heißt es in dem Brief. (Rolf Kleinfeld)