Ärger in der Duisdorfer Fußgängerzone

Rabiate Rosenverkäuferinnen

Nachgestellte Situation: Frauen kommen regelmäßig in die Duisdorfer Fußgängerzone, um Rosen zu verkaufen.

Nachgestellte Situation: Frauen kommen regelmäßig in die Duisdorfer Fußgängerzone, um Rosen zu verkaufen.

Duisdorf. Passanten und Wirte der Duisdorfer Fußgängerzone haben sich über rabiate und aufdringliche Rosenverkäuferinnen beschwert. Die Stadt will diesen Beschwerden nachgehen.

Zuerst sind sie ganz freundlich: die Frauen, die einem in der Duisdorfer Fußgängerzone eine Rose in die Hand drücken. Doch dann wollen sie Geld und lassen sich nicht so leicht abwimmeln. Das ärgert nicht nur die Passanten und Gäste in den Restaurants und Cafés, sondern auch die Wirte.

Bei Gisbert Weber, dem Vorsitzenden der Wirtschafts- und Gewerbegemeinschaft Hardtberg, haben sich schon einige Gastronomen beklagt. Auf der Gewerbeschau, wo die Verkäuferinnen wohl ein besonders gutes Geschäft witterten, habe seine Frau den Reisegewerbeschein sehen wollen. Man versicherte ihr, den gebe es, suchte aber schnell das Weite. „Es gibt immer Grenzen“, sagt Weber. Wenn sich ein Verkäufer dezent verhalte, sei das in Ordnung. Als „brutale Abzockmethode“ bezeichnet er es aber, wenn die Leute bedrängt werden. „Das vertreibt sie aus der Fußgängerzone“, so der Vorsitzende. Jüngst habe es noch Ärger in einem Biergarten gegeben.

„Ich kenne das aus Griechenland“, sagt Dimitrios Tsopanoglou, Inhaber des Restaurants Armonia. „Man muss das gelassen sehen.“ Sein Mitarbeiter findet allerdings, dass die aggressiven Verkaufsmethoden im Duisdorfer Zentrum nichts zu suchen hätten. Da sei ihm der Opernsänger, der nachher den Hut rumgehen lässt, lieber. „Wenn wir die abweisen, beschimpfen die uns in einer fremden Sprache“, sagt Mahabir Singh, Inhaber im Bistro Eselchen zu den Rosenverkäuferinnen. „Wir wollen die nicht. Die Gäste auch nicht. Es ist lästig.“ Meistens kämen sie tagsüber und alle halbe Stunde, seien spätestens um 19 Uhr aus der Fußgängerzone verschwunden. „Das ist eine Bande“, ist sich Singh sicher.

Wirt Alexander Mitrovi vom Restaurant Alexander sagt, dass sich die Gäste beschweren. „Ich schicke sie dann weg.“ Doch es dauere nicht lange, da kämen die Frauen wieder. Er fragt sich, wo die überhaupt herkämen. Zum Glück habe er Stammgäste, die sich nicht so leicht vergraulen lassen. Belästigungen durch Rosenverkäufer kommen nach Angaben von Stefanie Zießnitz vom Presseamt der Stadt immer mal wieder vor, meist in den Bonner Fußgängerzonen. Wenn Mitarbeiter sie treffen oder sich Leute beschweren, würden sie angesprochen und kontrolliert. Ist keine Reisegewerbekarte vorhanden, was laut Zießnitz eigentlich immer der Fall sei, würden die Personalien festgestellt und die Rosen sichergestellt. Der Verkäufer bekomme ein Sicherstellungsprotokoll und dazu dann noch einen Platzverweis.

Speziell zu Duisdorf hat der Stadtordnungsdienst noch keine Beschwerden erhalten. Auch bei Streifengängen sei nichts aufgefallen. Man wolle aber die Augen aufhalten. Weber rät, sich bei Belästigungen bei den Ordnungshütern zu melden.