Geocacher Christof Bünk: Poldis Schuh muss nach Polen | GA-Bonn

Geocacher Christof Bünk

Poldis Schuh muss nach Polen

Bonn.  Was hat er nicht schon alles auf die Reise geschickt, gesucht und schließlich gefunden. Christof Bünk ist leidenschaftlicher Geocacher. Damit hat der stellvertretende Leiter der Königin-Juliana-Schule in Medinghoven einen Zeitvertreib aus seiner Kindheit wiederentdeckt.

Hilfe für Poldi: Christof Bünk hat den linken Fußballschuh von Lukas Podolski per GPS-Gerät auf die Reise nach Polen geschickt. Foto: Hans-Peter Fuß

"Es ist die Faszination der Schatzsuche, der Schnitzeljagd mit elektronischen Hilfsmitteln", sagt der 42-jährige Pädagoge. Er mag es, mit seinem zwölfjährigen Sohn Jonas raus in die Natur zu gehen und "Schätze" zu suchen, deren Lage nach Angabe der Koordinaten im Internet mit Hilfe eines GPS-Gerätes auf den Meter genau bestimmt werden kann.

Etwa 250 "Schätze" hat er schon gehoben. Das ist die "passive" Seite seines Hobbys. Hin und wieder wechselt Bünk aber auch auf die "aktive" Seite und versteckt selbst einen "Schatz", den andere Geocacher dann suchen müssen. So gibt er beispielsweise bei der Spielvariante "Travel Bug" dem versteckten Gegenstand eine Reiseroute oder einen Zielort vor.

Konkret: Am 10. April 2011 versteckte Bünk in einer Tupperdose am Rhein bei Porz-Zündorf einen daumengroßen Spielzeug-Fußballschuh, versehen mit einer Codenummer auf einem Blechanhänger. Im Internet-Portal "Geocaching" veröffentlichte er die Koordinaten und die Aufgabenstellung: Poldi hat seinen linken Schuh beim Schusstraining in Köln verloren.

Um bei der EM in Polen und der Ukraine das Tor zu treffen, muss Poldis Schuh spätestens zum Spiel gegen Portugal am kommenden Samstag in Poldis Geburtsstadt Gleiwitz sein. Ein Geocacher entdeckte das Versteck am Rhein und brachte den kleinen Schuh nach Bad Driburg (22. April 2011). Weiter ging die Reise über Herzogenreuth in der Fränkischen Schweiz (22. Mai 2011) sowie die tschechischen Orte Bechyné (2. August 2011) und Moravkoslevsky (10. Mai 2012) zu einem Versteck in der Nähe von Ostrau (28. Mai 2012).

Dort wartet Poldis Schuh nun auf einen Cacher, der ihn die letzten 80 Kilometer bis nach Gleiwitz bringt. Die Route kann Bünk nachverfolgen, weil jeder Finder ihm über den Code auf dem Blechanhänger an Poldis Schuh die Lage des entdeckten Caches zumailt. "Egal, ob er jetzt noch rechtzeitig ans Ziel kommt, nach der EM muss der Schuh nach London, zu Poldis neuem Club Arsenal", kündigt Bünk an, der, obwohl er in Köln lebt, Fan des MSV Duisburg ist.

Nach der EM wird Bünk dem Schuh im Internet die neuen Zielkoordianten in London verpassen. Und er hofft, dass das gute Stück dort auch zügig ankommt. Dem Schuh soll es nicht so ergehen wie der Stoffkuh Berta, die Bünk von Köln auf die Reise nach Berchtesgaden geschickt hatte. Berta machte nämlich einen Umweg über Arizona in den USA, ehe sie wieder in Europa landete. Bünk weiß aus den Einträgen im Internet: "Sie ist jetzt in Zürich, immerhin wieder etwas näher am Zielort."

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