Bezirksbürgermeisterin vom Hardtberg

Petra Thorand verlässt den Stadtrat in Bonn

Duisdorf. Aus beruflichen Gründen verlässt die Hardtberger Bezirksbürgermeisterin Petra Thorand den Stadtrat und legt ihr Mandat nieder. Ihr Nachfolger ist David Lutz aus Röttgen.

Die Hardtberger Bezirksbürgermeisterin Petra Thorand (CDU) tritt politisch künftig kürzer. Sie hat für viele überraschend ihr Mandat als Stadtverordnete im Bonner Rat niedergelegt, und das bereits mit Wirkung zum 30. September. Ihr Amt als Bezirksbürgermeisterin ist davon nicht berührt, dieses führt sie wie gehabt weiter.

Wie am Dienstag erst durch eine Pressemitteilung der CDU-Ratsfraktion bekannt wurde, sind Fraktionschef Klaus-Peter Gilles zufolge berufsbedingte Gründe für Thorands Ausscheiden aus dem Rat verantwortlich. Sie ist seit etlicher Zeit im Schuldienst am Hardtberg-Gymnasium tätig und erteilt dort Kunstunterricht – inzwischen mit mehr Stunden als früher.

„Ich habe jetzt eine volle Stelle, und da ist die ehrenamtliche Arbeit im Stadtrat zeitlich nicht mehr leistbar“, sagte sie dem General-Anzeiger zur Begründung. „Und wenn man das Mandat nicht mehr zu seiner eigenen Zufriedenheit ausfüllen kann, geht es nicht mehr.“ Gilles bedauerte ihren Rückzug in der Pressemitteilung und teilte mit: Thorands Nachfolger von der CDU-Reserveliste werde David Lutz. Der 38-jährige Familienvater ist verheiratet, hat zwei Kinder und seine Heimat im Wahlbezirk Röttgen/Ückesdorf. In der Partei hat er den Posten als Vorsitzender des CDU-Stadtbezirksverbands Bonn inne. Seine kommunalpolitischen Schwer- punkte liegen in den Bereichen Schule sowie Kinder, Jugend und Familie.

Lutz, der im Neubaugebiet Auf dem Hölder in Röttgen wohnt, ist bereits in der Ratssitzung am Dienstagabend von Oberbürgermeister Ashok Sridharan vereidigt worden – zusammen mit den drei neuen SPD-Stadtverordneten Alois Saß, Petra Maur und Martin Schulz, die für Bärbel Richter, Peter Kox und Gereon Schüller nachrücken (der GA berichtete).

Rückzug ein personeller Rückschlag

Thorand war in ihrem Ratsmandat besonders der Kultur zugetan. Die 56-Jährige, die Kunstgeschichte und Politische Wissenschaften studiert hat, war auch Mitglied und zuletzt stellvertretende Vorsitzende im Kulturausschuss. Mit ihrem Ratsverzicht tritt sie auch von diesen Aufgaben zurück.

Für die Hardtberger CDU ist Thorands Rückzug ein personeller Rückschlag, weil der Stadtbezirk jetzt nur noch mit drei statt vier CDU-Mandatsträgern im Rat vertreten ist. Dies sind Bert Moll, Petra Jackel und Christos Katzidis.

Thorand hat ziemlich genau neun Jahre dem Stadtrat angehört. Nach ihrer Wahl als Bezirksbürgermeisterin und Nachfolgerin von Gerhard Lorth im Jahr 2008 zog sie ein gutes Jahr später auch in das wichtigste politische Gremium der Stadt, den Rat, ein.

Mitglied seit 2004

Mitglied der Bezirksvertretung ist Thorand bereits seit 2004, nachdem sie im Jahr 2000 in die CDU eingetreten war. Sie war außerdem lange im CDU-Kreisvorstand aktiv. Als das heutige Kulturzentrum Hardtberg auf der Kippe stand, gründete sie den Verein Hardtberg Kultur und engagierte sich dort auch als Vorsitzende. Der Verein lenkt heute noch die Geschicke des Hauses, das inzwischen gut genutzt ist und viele unterschiedliche Veranstaltungen anbietet.

Ob Thorand ihr Amt als Bezirksbürgermeisterin auf Dauer weiter führen will, war am Dienstag nicht zu erfahren. Die nächste Kommunalwahl findet im Jahr 2020 statt. Wird Thorand dann noch einmal antreten und für das Bezirksbürgermeister-Amt kandidieren? „Das werde ich zu gegebener Zeit mitteilen“, sagte sie dem GA.

Politisch hat Thorand in den vergangenen Jahren vor allem für die Aufrechterhaltung der Bürgerdienste im Rathaus Hardtberg gekämpft und ein Zusammenziehen der Bürgerämter zu einem großen Dienstleistungszentrum im Stadthaus kritisiert. Die gebürtige Ostwestfälin, die einen erwachsenen Sohn hat, begründete ihr politisches Engagement stets damit, dass es nicht reiche, Zustände kritisieren zu wollen, sondern dass es wichtig sei, sich auch selbst ehrenamtlich einzubringen.