Brüser Berg: Streit um Radwandertag

Ortsausschuss schickt Bürgerstammtisch Abmahnung

Vorsitzender Jörg Wehner ist sauer: Er findet, dass dem neuen Ortsausschuss Steine in den Weg gelegt werden.

Vorsitzender Jörg Wehner ist sauer: Er findet, dass dem neuen Ortsausschuss Steine in den Weg gelegt werden.

Brüser Berg. Auf dem „Bonner Balkon“ brodelt es. Im Zentrum des Zwists stehen der neue Ortsausschuss und der Bürgerstammtisch, die sich nicht mehr grün sind. Es geht um die Frage, wer den Radwandertag ausrichten darf.

Die bisherigen fünf Veranstaltungen hat immer der Bürgerstammtisch organisiert, im Auftrag des Ortsausschusses. Das war auch kein Problem, weil die Mitglieder in Personalunion in beiden Organisationen vertreten waren. Als jedoch im März die Führung im Ortsausschuss wechselte und Jörg Wehner in geheimer Wahl mit 21 zu zehn Stimmen zum neuen Vorsitzenden gewählt wurde, war längst klar: Es gibt Unstimmigkeiten.

Der neue Ortsausschuss will den Radwandertag in seine Obhut zurückholen und am 1. Oktober selbst veranstalten. Der Bürgerstammtisch will ihn in eigener Regie an diesem Sonntag, 18. Juni, durchführen und hatte dafür zur Werbung fünf Banner an Brücken und in der Fußgängerzone aufgehängt. Doch die sind verschwunden. In einem Offenen Brief des Bürgerstammtischs an seine Mitstreiter heißt es: „Sie sind uns gestohlen worden. Wir haben deswegen bei der Polizei Anzeige gegen unbekannt erstattet.“

Werbeplakate verschwunden

Entfernt wurden sie vom Ortsausschuss, das räumt Wehner ein. „Denn die Banner gehören uns.“ Das bestreitet der Bürgerstammtisch. „Wir haben sie damals über Sponsoren besorgt“, sagt Jürgen Fröbisch. Er beklagt auch, dass Werbeplakate in Geschäften zum Teil verschwunden sind beziehungsweise Wehner sie vor den Augen der Inhaber zerrissen habe. „Stimmt“, sagt dieser. „Weil auf ihnen stand: 6. Brüser Berger Radwandertag.“ Den aber veranstalte der Ortsausschuss im Oktober.

Inzwischen hat der Ortsausschuss eine Rechtsanwältin beauftragt, dem Bürgerstammtisch eine Abmahnung zu schicken, weil dieser die Banner des Ortsausschusses mit dem geschützten Logo „6. Brüser Berger Randwandertag“ rechtswidrig genutzt hätte. Der Brief ist am Dienstag eingegangen, und Fröbisch sagt: „Hier kocht jetzt die Volksseele.“

Rechtsanwältin eingeschaltet

„Ich muss mich doch schützen“, rechtfertigt sich Wehner. Wenn diese Banner mit dieser Aufschrift genutzt würden, sei er der Veranstalter. „Und wenn dann auf der Tour etwas passiert, kann ich versicherungstechnisch haftbar gemacht werden.“ Das bestreitet der Bürgerstammtisch wiederum, so Fröbisch. „Das ist Unsinn, die Teilnehmer radeln auf eigene Gefahr mit.“ Das sei auch bei ADFC-Touren so. Wehner sieht das anders und hat jetzt zur Klärung alle Unterlagen der Rechtsanwältin abgegeben.

Apropos Unterlagen: Der neue Ortsausschuss hatte sich auch beklagt, dass immer noch keine offizielle Übergabe der Geschäfte stattgefunden hat und alte Akten nicht übergeben worden sind. Das Problem wurde inzwischen elegant umschifft. Der alte Vorstand, respektive Bürgerstammtisch, hat die Unterlagen im Keller des Gemeindezentrums deponiert und Wehner per E-Mail darauf hingewiesen. Das bestätigt dieser: „Aber ich hatte noch keine Zeit zu gucken, ob die Sachen alle da sind.“