Bauarbeiten an der Fahrbahnstrecke

Nach dem Ferienende wird es am Helmholtz-Gymnasium eng

Durchfahrt gesperrt: Die Arbeiten an der Fahrbahn der Helmholtzstraße laufen bereits. Sie dauern aber noch fünf Wochen.

Durchfahrt gesperrt: Die Arbeiten an der Fahrbahn der Helmholtzstraße laufen bereits. Sie dauern aber noch fünf Wochen.

Duisdorf. In der Helmholtzstraße, die seit Montag voll gesperrt ist, weil die marode und unebene Fahrbahndecke erneuert wird, steht man vor einem Problem: Die Bauarbeiten finden zwar in den Schulferien statt, doch diese zwei Wochen reichen dafür nicht aus.

Die Schüler des Helmholtz-Gymnasiums werden deshalb nach dem Ende der Ferien noch drei Wochen lang eine Baustelle vorfinden und zusehen müssen, wie sie da durchkommen, um zum Unterricht zu gelangen.

Auf 300 Metern Länge finden die Bauarbeiten statt, aufgerissen wird die Straße auf einer Breite von fünf bis sechs Metern. Und die Bauzeit dauert laut Stadt bis Ende November. Das bedeutet aber auch: Es gibt keine Möglichkeit für „Elterntaxis“, ihre Kinder mit dem Auto direkt bis zur Schule zu fahren.

Die Schulleitung hat bereits vor den Herbstferien darauf hingewiesen, dass die Vollsperrung stattfindet, wobei ein Anfahren so weit wie möglich für Lehrkräfte gewährleistet sein werde. Aber nicht für andere Fahrzeuge, weshalb Schulleiterin Dorothee von Hörschelmann besonders betont: „In dieser Situation ist es mir ein besonderes Anliegen, dass Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen wollen, in dieser Zeit bitte davon absehen und ihre Kinder in der Rochusstraße aussteigen lassen, damit der Verkehr nicht zusammenbricht.“

Der ADFC weist derweil darauf hin, dass Kinder grundsätzlich mit dem Rad und nicht mit dem Auto zur Schule fahren sollten. Radfahren sei trotz allem sicherer als Autofahren. ADFC-Planungssprecher Werner Böttcher nimmt Bezug auf Medien, die unter der Überschrift „Schulweg per Fahrrad am gefährlichsten“ berichtet hatten, dass Schulkinder am stärksten gefährdet seien, wenn sie mit dem Fahrrad zur Schule führen. Am sichersten sei der Bus.

Bei dieser Aussage habe sich NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) aber auf Verkehrsdaten aus dem Jahr 2004 gestützt, so Böttcher. Dabei sei in der Zwischenzeit die Zahl der Schulwegunfälle stark zurückgegangen. „Es sterben mehr Kinder beim Transport mit dem Auto als beim Fahrradfahren im Straßenverkehr“, so der ADFC-Experte.

Durch Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto bis zum Schultor brächten, seien die mit dem Rad zur Schule fahrenden Kinder besonders stark gefährdet. Abgesehen davon, nähmen sie ihren eigenen Kindern die Möglichkeit, sich im Verkehr zurecht zu finden, und auch die Zeit für soziale Kontakte mit anderen Kindern und Jugendlichen, die man auf dem Weg zur Schule knüpfen könne. Der ADFC fordert alle Verantwortlichen auf, dem ein Ende zu bereiten. „Um den Kindern einen sicheren Schulweg mit dem Fahrrad zu ermöglichen, sind Eltern, Schulen und die Stadt Bonn gleichermaßen gefordert“, so Böttcher.

Am Helmholtz-Gymnasium scheint es mit der Verkehrssicherheit der Fahrräder derweil gut bestellt zu sein. Bei einer Kontrolle durch die Bonner Polizei wurde vor den Ferien festgestellt, dass von 157 überprüften Rädern 104 ohne Mängel waren. 37 wiesen geringere Mängel auf, die gleich behoben wurden. „Nur 15 Fahrräder wiesen grobe Mängel auf“, so die Bilanz. „Und einem Schüler musste leider zu seiner eigenen Sicherheit die Weiterfahrt mit dem Fahrrad untersagt werden.“ Besonders erfreulich sei gewesen, dass 107 Schüler einen Helm getragen hätten.

Den Hauseigentümern in der Helmholtzstraße hat die Stadt Bonn angekündigt, dass das Anfahren der Grundstücke während der Bauzeit möglich sein wird, allerdings mit Beeinträchtigungen. Eine Umleitung werde ausgeschildert. Das Tiefbauamt bittet bereits jetzt für nicht vermeidbare Beeinträchtigungen und Behinderungen um Verständnis. Gebaut wird eine Asphaltbetonschicht, dabei werden auch Bordsteine, Entwässerungsrinnen und die Gullys ausgerichtet oder erneuert. Die Kosten betragen rund 85.000 Euro.