Durchgangsverkehr

Lessenicher Straße ist Streitobjekt

Vor allem im Berufsverkehr ist die Lessenicher Straße zu einer Durchgangsstraße geworden, die von vielen Autofahrern als Schleichweg genutzt wird.

Vor allem im Berufsverkehr ist die Lessenicher Straße zu einer Durchgangsstraße geworden, die von vielen Autofahrern als Schleichweg genutzt wird.

Duisdorf. Die Lessenicher Straße in Duisdorf ist Streitthema zwischen den politischen Fraktionen auf dem Hardtberg. So bewerten die Lokalpolitiker die Kritik der Anwohner am starken Durchgangsverkehr.

Die hohe Verkehrsbelastung, gegen die sich Anwohner der Lessenicher Straße wehren, sorgt auch bei den Lokalpolitiker für sehr unterschiedliche Bewertungen und bietet viel Raum für Diskussionen.

Die CDU als größte Fraktion hat nichts dagegen einzuwenden, dass der Verkehr in der Lessenicher Straße erneut gemessen und gezählt wird, sagt Ratsherr Bert Moll. „Eine genauere Betrachtung sollte dabei dem Durchgangsverkehr aus dem Rhein-Sieg-Kreis gewidmet werden, wo in den letzten Jahren viel Wohnraum geschaffen wurde und wegen der zunehmenden Belastung der Alfterer Straße, der Messdorfer Straße und der K 12n ein zunehmender Schleichverkehr durch Neben- und Seitenstraßen in Duisdorf stattfindet.“

Um den Schmittgasser Kirchweg und die Lessenicher Straße zu entlasten, solle daher geprüft werden, ob eine Sperrung der Zufahrt Alter Heerweg/ Schmittgasser Kirchweg das Verkehrsaufkommen in der Lessenicher Straße signifikant reduzieren würde und angemessen wäre, schlägt Moll vor.

Ganz anders sieht das die FDP, deren Ratsherr Frank Thomas meint, man solle besser die Kirche im Dorf lassen. „Was sollen denn Anwohner der Rochusstraße oder des Burgweihers zum Verkehr vor ihrer Haustür sagen?“, fragt er.

Es handelt sich in der Lessenicher Straße um zwei Stunden am Morgen und zwei am Nachmittag, die auffällig seien. Thomas meint, mit einer Einbahnstraßen-Regelung sei niemandem geholfen: „Es entstünden viel zu viel Umwegverkehr, und auf der Lessenicher Straße würde dann zu schnell gefahren.“

Auch Bahnhofsstraße im Fokus

„Die Lessenicher Straße muss entlastet werden“, fordert dagegen SPD-Ratsfrau Gabi Mayer. Mehr noch: Auch in der Bahnhofstraße müsse die Stadtverwaltung reagieren und dort den Individualverkehr einschränken. „Der Weg, den die Pkw und der Lieferverkehr sich suchen sollen, geht über die Almabrücke“, stellt Mayer klar. „Von dort kann man sowohl zur Autobahn als auch Richtung Duisdorf und Euskirchen fahren, ohne Schranke.“ Falls die Brücke nicht ausreiche, muss aus Sicht der SPD eine zweite schrankenfreie Querung zwischen Alfter und Duisdorf gebaut werden.

Im Zuge der Verkehrsdiskussion wird auch deutlich, welch große Rolle der zweite Bauabschnitt des Neubaugebietes Grüne Mitte spielt, in dessen Zuge auch eine Entlastungsstraße geplant ist. Die CDU befürwortet nach wie vor die weitere Bebauung bis zum Lessenicher Sportplatz, denn „dann würden mehr Menschen stadtnah eine Wohnung finden, könnten die Bahnanbindung am Haltepunkt Helmholtzstraße nutzen, ihr Auto in der Garage stehen lassen und Duisdorf insgesamt vom Verkehr entlasten“, sagt Moll.

Er erkennt aber an, dass er dafür weiterhin nicht die erforderliche Unterstützung erfährt. Das zeigt sich an der Aussage des SPD-Vorsitzender Wolfgang Groß, der sagt, eine weitere Bebauung sei für die SPD gänzlich inakzeptabel. Was die Lessenicher Straße angeht, sei die einzige Möglichkeit, den Pkw-Verkehr insgesamt zu reduzieren und das ÖPNV-Angebot zu verbessern.

Übrigens: Die Auffassung der Anwohner, Gutachter hätten der Lessenicher Straße schon vor vielen Jahren attestiert, sie könne keinen zusätzlichen Verkehr mehr aufnehmen, verweist Moll ins Reich der Legenden. „Anlässlich der Überprüfung des Bebauungsplans Teil 1 Am Bruch hat sich das Oberverwaltungsgericht Münster in seinem 75 Seiten umfassenden Urteil nach gut fünf Stunden öffentlicher Beratung, die ich damals persönlich angehört habe, am 17.4.2009 entschieden, dass der Bebauungsplan einschließlich der zugrunde gelegten Verkehrsplanung rechtens sei.“ Der zuständige Berichterstatter habe festgestellt, dass kein Verstoß gegen die Verkehrslärmschutzverordnung festzustellen sei.