Astrid-Lindgren-Schule in Duisdorf

Leo und der Buchstabe der Woche

Was fehlt noch auf der Liste mit dem L? Blick in den Unterricht mit Lehrerin Katharina Schumacher.

Was fehlt noch auf der Liste mit dem L? Blick in den Unterricht mit Lehrerin Katharina Schumacher.

Duisdorf. Um über den Unterricht und die besondere pädagogische Ausrichtung zu informieren, hatten Schüler, Eltern, Lehrer sowie Schulpflegschaft und Förderverein zum Tag der offenen Tür in die Schule mit dem Förderschwerpunkt Sprache eingeladen.

Ihren Leo sollte Claudia Eiba besser im Auge behalten. Unbemerkt hatte der Plüschlöwe nachts in ihrer Wohnung verschiedene Gegenstände in die Tasche der Pädagogin geräumt. Jetzt packte die Konrektorin der Astrid-Lindgren-Schule gemeinsam mit den Kindern der 1a alles aus: Lippenstift, Löffel, Luftpumpe, Lineal, Lutscher und einen Luftballon. Während Claudia Eiba die Gegenstände hochhält, sprechen die Erstklässler laut und deutlich die Worte nach. „Wisst ihr schon, was der Buchstabe der Woche ist?“, fragt die Lehrerin, und wie aus der Pistole geschossen rufen die 15 Kinder: „Das L.“

Um über den Unterricht und die besondere pädagogische Ausrichtung zu informieren, hatten Schüler, Eltern, Lehrer sowie Schulpflegschaft und Förderverein zum Tag der offenen Tür in die Schule mit dem Förderschwerpunkt Sprache eingeladen. „Hier werden Kinder unterrichtet, die eine sonderpädagogische Unterstützung brauchen“, erklärte Schulleiterin Ursula Timmermann. Dafür kann es verschiedene Gründe geben. „Ursachen können anatomische Besonderheiten, aber auch psychische oder motorische Störungen sein“, ergänzte sie und fügte hinzu. „Jedes Kind ist anders und jedes braucht individuelle Förderung. Bei uns gibt es kein Konzept, das für alle gilt. Wir gehen auf jeden ganz speziell ein.“

Während manche an der Astrid-Lindgren-Schule direkt eingeschult werden, kommen andere nur für ein, zwei Jahre. Ziel ist jedoch immer, dass die Kinder nach einer gewissen Zeit eine Regelschule in ihrer Umgebung besuchen können oder am Ende der Grundschule auf ganz normale weiterführende Schulen wechseln. Um den besonderen pädagogischen Anforderungen gerecht zu werden, werden die derzeit 118 Kinder in neun Klassen von 16 Fachkräften unterrichtet. „Sprache steht bei uns in jedem Fach im Mittelpunkt. Auch im Sport oder in Kunst“, erklärte Ursula Timmermann.

Doch nicht nur das Lehr- und Lernprogramm dieser Einrichtung ist einzigartig. „Neben den kleinen Klassen zeichnet sich die Schule vor allem durch ein ganz besonderes Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Lehrern aus“, betonte Pflegschaftsvorsitzender Jürgen Römer. Denn: „In der Grundschule legen wir den Grundstein für die weitere Entwicklung unserer Kinder. Deshalb ist diese Basis so wichtig.“ Unterstützt wird die Arbeit der Förderschule von verschiedenen Sponsoren aus Bonn. Beim Tag der offenen Tür gab es wieder einen Scheck: Der Duisdorfer Stiefelclub überreichte 700 Euro aus dem Erlös seines Oktoberfestes an den Förderverein. Das Geld hat Jürgen Römer bereits investiert. „Ich habe zwei neue mobile Fußballtore bestellt, die auf dem Schulhof errichtet werden.“

Marie, Martin und Luca beschäftigen sich bereits wieder mit Löwe Leo. „Na, so etwas“, ist Claudia Eiba sichtlich empört. „Der war ja auch an unserem Lehrerpult in der Klasse.“ Überrascht zieht sie einen Locher aus ihrer Tasche. „Na, da werden wir Leo wohl in Zukunft besser im Auge behalten müssen“, nimmt sie sich vor. Ihre Erstklässler arbeiten derweil bereits an dem neuen Arbeitsblatt zum „Buchstaben der Woche“.