Ökologie und Landwirtschaft in Bonn

Landwirte legen am Meßdorfer Feld Blühstreifen an

Inmitten eines Blühstreifens präsentiren Laura Fortmann von der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft und RLV-Präsident Bernhard Conzen die neue Infokampagne des Rheinischen Landwirtschafts-Verbands.

Inmitten eines Blühstreifens präsentiren Laura Fortmann von der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft und RLV-Präsident Bernhard Conzen die neue Infokampagne des Rheinischen Landwirtschafts-Verbands.

Duisdorf/Endenich. Die ersten von 100 Infotafeln stehen an den Rändern der Felder von Duisdorf und Endenich. Sie verdeutlichen die ökologische Arbeit der Bauern.

Zweimal schon musste die Vorstellung der bunten Infoschilder an den Feldrändern von NRW verschoben werden. Wegen zu großer Trockenheit hatte sich auf den Blühstreifen genannten Ackerrand noch keine Blüte gezeigt. Ganz anders dagegen ein etwa sechs Meter breiter Streifen, der im Meßdorfer Feld „Am Bleichgraben“ auf einem Gerstenfeld des Landwirts Josef Berg in sattem Kornblumenblau und leuchtendem Rot von Klatschmohn präsentierte.

An diesem Musterbeispiel von wiederbelebter Biodiversität erklärten Bernhard Conzen, Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbands (RLV), und Laura Fortmann, die Projektleiterin der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft, dass nun an etwa 100 landwirtschaftlichen Stellen im Rheinland Schilder aufgestellt werden, die Spaziergänger „auf spielerische Weise“ mit der landwirtschaftlichen Arbeit vertraut machen.

„Mit der Infokampagne wollen wir den Bürgern die Landwirtschaft erklären“, sagte Conzen und nannte als Beispiel für die Inhalte, „welche Pflanzen in der Landschaft wachsen, wozu sie nützlich sind und wie Landwirte sich beim Naturschutz einbringen“.

Blühmischung aus regionalem Saatgut

Die Themenvielfalt der bunten Schilder, die mit Überschriften wie „Wir machen Früchte mit Folgen“ oder „Wir machen blühende Ölfelder“ auf sich aufmerksam machen, reicht von den Ackerfrüchten Kartoffeln, Mais, Weizen und Zuckerrüben über Zwischenfrüchte bis zu Energiepflanzen und der Grünbewirtschaftung. Landschaftsschutz und Pflanzenpflege werden erklärt, und nebenbei wird bei den erholungssuchenden Spaziergängern um Verständnis für die Begegnung mit Landmaschinen auf den Wirtschaftswegen geworben.

Die Anlage von Blühstreifen soll auch das Engagement der Landwirte für die Artenvielfalt verdeutlichen. In den blühenden Flächen finden bestäubende Insekten wie Schmetterlinge, Hummeln und andere Wildbienen, genauso wie Feldvögel wertvolle Lebensräume zur Nahrungssuche.

Die Blühmischung „Feldraine auf Löss“ setzt sich aus regionalem Saatgut der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft zusammen, die dem an einem Blühstreifenprogramm teilnehmenden Landwirt gestellt wird. Zudem erhält er eine Entschädigung für den Ernteausfall auf der für die Biodiversität erblühten Fläche. In den beiden letzten Jahren sind auf diese Weise etwa 13 000 Hektar Pufferstreifen, Brachen und Blühstreifen angelegt worden. Damit kommt die nordrhein-westfälische Landwirtschaft ihrer Selbstverpflichtung nach, 40 Prozent aller bewirtschafteten Flächen eines Betriebs mit ökologisch höherwertigen Maßnahmen zu kultivieren.

Dass diese Maßnahmen erfolgreich sind, berichtete Conzen am eigenen Beispiel: „Allein auf meinem Hof leben Eulen, zehn Schwalbenpärchen, Feldhasen und viele andere Wildtiere.“ Der RLV-Präsident betonte: „Landwirte sind Naturfreunde. Und mit den Schildern wollen wir das auch bei den Spaziergängern bewusst machen.“