Volkshochschule Hardtberg

Kunstkurse ziehen Leute zum Hardtberg

Gabriele Tillmanns ist Fachbereichsleiterin für Kunst und Kultur bei der VHS Hardtberg.

Gabriele Tillmanns ist Fachbereichsleiterin für Kunst und Kultur bei der VHS Hardtberg.

Duisdorf. Die Volkshochschule im Bezirk Hardtberg bietet mehr als nur Sprachkurse. Mittlerweile hat sie sich zu einem Zentrum für Kunst und Kultur entwickelt.

Früher gab es bei der Volkshochschule Hardtberg in Duisdorf Sprachkurse, und das war's mehr oder weniger auch. Inzwischen haben VHS-Direktorin Ingrid Schöll und ihre Fachbereichsleiterin Gabriele Tillmanns den Standort zu einem Schwerpunkt für Kunst und Kultur entwickelt, auch dank des Vereins Hardtberg Kultur.

Zentrum der VHS ist die Alte Schule neben der Rochuskirche, die laut Schöll abends durchgängig mit Kursen belegt ist. Und die sind durchweg ausgebucht. Ob Töpferkurse, die laut VHS wieder groß in Mode sind, Glasverschmelzen oder Polstern – Handwerken mit künstlerischem Einschlag kommt hier gut an. Beim plastischen Gestalten mit Ton werden zum Beispiel nicht mehr nur Schüsseln und Becher hergestellt wie früher, sondern Figuren und Porträts, die den Teilnehmern einiges abverlangen. Viele von ihnen sind Mitte 20 bis Mitte 30, erzählt Schöll.

Das Haus ist zwar nicht barrierefrei, und das Umfeld mit einer öffentlichen Toilette ist verbesserungswürdig, aber ansonsten besticht die Lage in der Mitte von Duisdorf und der kurze Weg zu den Parkplätzen Auf der Urdel, hinter der Weierbornstraße. "Das ist ein kleiner Edelstein", sagt Schöll und meint damit den Schwerpunkt Kunst, der gut zur Alten Schule passe. „Wir haben hier Gutes aufgebaut, das es sonst nicht in Bonn gibt.“ Wer also Kreativangebote haben wolle, die es zum Beispiel im Stadtbezirk Beuel wenig gebe, müsse zum Hardtberg fahren. „Denn dieses Angebot hier bekommt man sonst nicht in Bonn.“

Viele kommen von weit her

Gabriele Tillmanns hat als Fachbereichsleiterin für Kunst und Kultur, die auch auf dem Brüser Berg wohnt, die Sache im Blick. Auf kleiner Ebene arbeitet die VHS auch mit dem Nachbarschaftszentrum an der Fahrenheitstraße zusammen und bietet dort Glas-Fusing an. Der Kursleiter ist Diplom-Designer und Fachautor zum Thema Glasverschmelzung. Und er komme extra aus Krefeld angereist. Ergebnis: Der Kurs sei nicht nur stets ausgebucht, auch die Teilnehmer nähmen längere Strecken wie aus Bad Neuenahr in Kauf. „Auch den Polster-Kursus könnte man dreimal anbieten, und er wäre voll“, sagt Schöll.

2016 habe man einen neuen Brennofen für die Töpferkurse angeschafft, der im Souterrain des Kulturzentrums stehe. Er werde auch von der Künstlergruppe Semikolon genutzt. In der Alten Schule findet ein Salsa-Kurs ebenso statt wie „Kunst in der Küche“, wo es um das Herstellen von Nudeln gehe.

Die Spaziergänge in die Geschichte Duisdorfs, die regelmäßig angeboten werden, erfreuen sich großer Beliebtheit. „Da sind immer 30 bis 40 Bürger dabei“, so Schöll. Auch bei der Hardtberger Kulturnacht wurde so eine „Zeitreise durch die Duisdorfer Geschichte“ wieder angeboten.

Einzigartig in Bonn sei auch eine Rhetorik-Schulung für Schüler. „Zu diesem Kurs kommen seit Jahr und Tag immer viele Schüler des Carl-von-Ossietzky-Gymnasiums“, sagt Schöll. Auch Konversationskurse in Englisch, Französisch und Spanisch liefen auf hohem Niveau und seien weit entfernt von früheren Anfängerkursen. „Zu diesen Konversationskursen kommen sogar viele Muttersprachler.“

Andere Angebote wurden ausgedünnt oder sogar abgesetzt. Der Kurs „Deutsch für Ausländer“, in dem es früher auch eine Kinderbetreuung gab, findet seit Beginn der Flüchtlingskrise nicht mehr statt. Das sei auch eine Frage der Kapazitäten gewesen, so Schöll.