Leihräder in Bonn

Kritik an Nextbike-Versorgung auf dem Hardtberg

Momentaufnahme: Am Duisdorfer Bahnhof stehen zwei Mieträder. An anderen Stellen hapert es mit der Verfügbarkeit.

Momentaufnahme: Am Duisdorfer Bahnhof stehen zwei Mieträder. An anderen Stellen hapert es mit der Verfügbarkeit.

Hardtberg. Die Mieträder von Nextbike stehen in Bonn hoch im Kurs. Kritik kommt allerdings vom Hardtberg. Oft wären dort an den Ausleihstationen keine Räder verfügbar, berichtet SPD-Ratsfrau Gabi Mayer. Nextbike und dem hiesigen Kooperationspartner, den Stadtwerke Bonn, ist das Problem bekannt.

Ja, wo stehen sie denn, die Nextbike-Verleihräder, die es seit Oktober in Bonn gibt? Oft jedenfalls nicht an der Ausleihstation, wo sie eigentlich stehen sollten, hat SPD-Ratsfrau Gabi Mayer festgestellt.

Einerseits stehen die Mieträder in Bonn hoch im Kurs, hat SPD-Ratsfrau Gabi Mayer beobachtet. Insgesamt wurden seit Einführung im Oktober bereits 55.000 Ausleihen und 14.000 Nutzer registriert. Allerdings hapert es an der Verfügbarkeit, berichtet die verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion. Bei ihr seien jedenfalls schon mehrere Beschwerden eingegangen.

Mayer hatte sich deshalb vor Weihnachten an den hiesigen Kooperationspartner, die Stadtwerke Bonn, gewandt. Insbesondere in den Stationen im Stadtbezirk Hardtberg, aber auch in Ückesdorf und auf dem Venusberg würden oft keine Räder stehen. „Ich habe in der App über zwei Wochen verfolgt, ob die Stationen turnusmäßig mit Rädern aufgefüllt werden, wie es vereinbart ist, und festgestellt, dass manche Stationen tagelang leer sind“, berichtet sie.

Es ist nachvollziehbar, so Mayer, dass sich nach der Einführung alles erst mal einspielen müsse. Aber wenn man eine Schwäche feststellt, dann müsse zügig reagiert werden. Es sei auch eine Frage der Prioritäten, welche Stationen wie oft bestückt werden.

Wichtiges Glied der Mobilitätskette

In der Innenstadt stünden die Räder in dichten Abständen, selbst wenn sie nicht in einer Station eingebucht sind. Das sei in den Außenbezirken jedoch völlig anders. „In Röttgen und Ückesdorf oder auf dem Brüser Berg findet man schon mal tagelang kein einziges Fahrrad“, so die Erfahrung. Da aber die Räder ein überaus wichtiger Bestandteil der Mobilitätskette sind, sei die Verlässlichkeit zwingend. Wer dreimal vergeblich an der Mietstation stehe, sei für das Umweltmodell verloren. „So weit darf es nicht kommen“, macht Mayer deutlich. „Deshalb bin ich froh, dass auf meine Initiative hin Nextbike schnellstmögliche Nachbesserung zugesagt hat und ebenfalls die Markierungen an den Stationen fertigstellen will.“

Auch den Stadtwerken ist die von Mayer beschriebene Situation bekannt, bestätigt Sprecher Michael Henseler. „Und wir haben unseren Partner Nextbike zur schnellstmöglichen Klärung und Optimierung aufgefordert. Wir werden das System auch weiter beobachten und eng begleiten, weil es selbstverständlich wichtig ist, alle Stationen in Bonn wie vereinbart zu bedienen und flächendeckend Leihräder anzubieten.“ Die Nextbike-App zeige auf der Karte zudem Leihräder in naher Umgebung des Nutzers an, falls an einer Station tatsächlich aufgrund der regen Frequenz gerade mal kein Leihrad zur Verfügung stehe.

Wie berichtet, hat Nextbike erst 500 der insgesamt 900 geplanten Fahrräder ausgeliefert, sodass der Engpass bei der Verfügbarkeit auch diesem Umstand geschuldet ist. Die restlichen 400 Räder sollen im Laufe des Januar auf die Straße gebracht werden. Grund für die Verzögerung sind laut Stadtwerke Lieferschwierigkeiten bei den Gangschaltungen. Die Nutzer legen im Schnitt pro Ausleihe 1,4 Kilometer zurück, weshalb die Stadtwerke darin keine Konkurrenz zu Bus und Bahn sehen. Bisher wurden insgesamt 70.000 Kilometer auf Nextbikes in Bonn gefahren.