Gefahren auf dem Schulweg

Kreuzbergschule Lengsdorf sucht dringend Schülerlotsen

Rektorin Sabine Hermanns + Werner Fuchs von der Kreuzbergschule gehen die Schülerlotsen aus

Rektorin Sabine Hermanns + Werner Fuchs von der Kreuzbergschule gehen die Schülerlotsen aus

Lengsdorf. Seit Jahren Schülerlotsen an zwei Zebrastreifen an der Lengsdorfer Kreuzbergschule bereit, um die Schülerinnen und Schüler sicher über die Straße zu bringen. Doch immer weniger Helfer melden sich für diese wichtige Aufgabe.

Morgendlicher Berufsverkehr, leicht zu übersehende Zebrastreifen, Dunkelheit und genervte Autofahrer: Damit die Grundschüler der Lengsdorfer Kreuzbergschule in diesen Situationen jeden Morgen einen sicheren Schulweg haben, stehen seit Jahren Schülerlotsen an zwei Zebrastreifen bereit, um die Schülerinnen und Schüler sicher über die Straße zu bringen. Doch dieses Ehrenamt ist nun in Gefahr. Immer weniger Helfer melden sich für diese wichtige Aufgabe.

„Eigentlich machen das immer die Eltern, aber wir finden kaum noch Leute, die das zeitlich schaffen. Immer mehr Elternteile sind berufstätig. Mittlerweile sind nur noch neun Leute dabei“, erzählte Rektorin Sabine Hermanns. Ursprünglich war das Helferteam so zahlreich, dass jeder alle drei Monate mal dran war. Da viele Eltern jedoch abgesprungen sind, sei aber jetzt jeder der Helfer bereits nach drei Wochen wieder an der Reihe, so Hermanns.

Konkret geht es um zwei Zebrastreifen in Lengsdorf. Zum einen der an der Lingsgasse, direkt neben der VR-Bank; zum anderen der Zebrastreifen ein paar Meter weiter an der Ecke Lingsgasse/Im Mühlenbach. „Die Zebrastreifen dort sind kaum einsehbar. Die Straßen sind sehr eng und kurvig, und die Autofahrer sind morgens ungeduldig. Viele Kinder rennen auch über die Straße“, erzählte Werner Fuchs aus Erfahrung.

Rund 50 Schüler kommen zu Fuß

Der Schülervater betreut und organisiert die Aufgabe der Schülerlotsen bereits seit vier Jahren. Auch er sieht das Ehrenamt gefährdet: „Da wir nur noch so wenige sind, sind alle Helfer immer öfter dran. Im schlimmsten Fall sagen die Leute dann auch, sie können das zeitlich nicht mehr machen.“

Mindestens ein Viertel der 181 Grundschüler der Kreuzbergschule nehmen den morgendlichen Fußweg zur Schule. Laut Rektorin Sabine Hermanns gibt es immer mehr Schüler, die laufen, statt von den Eltern gebracht zu werden.

Der entsprechende Schülerlotse stellt sich mit einer Kelle und Weste oder Jacke in Signalfarben mittig auf den Zebrastreifen und achtet darauf, dass die Kinder sicher die Straße überqueren können. Derjenige, der an der Reihe ist, übernimmt die Aufgabe eine Woche am Stück von halb acht bis acht Uhr morgens. „Wir haben schon Eltern und auch Großeltern angesprochen, aber wenige erklären sich dazu bereit und viele Großeltern wohnen woanders. Theoretisch kann das jeder machen, der Lust und Zeit hat und mindestens 18 Jahre alt ist“, meinte Werner Fuchs.

Ehrenamt in Gefahr

Bei Interesse kann ein Termin ausgemacht werden. Helfer bekommen dann eine kurze Einführung durch die Polizeiwache Duisdorf, was sie tun müssen und sind infolgedessen auch im Versicherungsfall über die Kreuzbergschule abgesichert.

Die gute alte Tradition der Schülerlotsen gibt es an vielen anderen Grundschulen längst nicht mehr. Die Rochusschule und die Ludwig-Richter-Schule haben zum Beispiel einen solchen Lotsendienst nicht, an der Kettelerschule in Dransdorf hat man vor einigen Jahren versucht, ihn einzuführen. Allerdings ohne Erfolg, weil sich keine freiwilligen Helfer für einen regelmäßigen und zuverlässigen Einsatz finden ließen.

Interessierte Helferinnen und Helfer können sich direkt bei der GGS Kreuzbergschule, Schulstraße 29, unter 02 28/25 43 76 oder per Mail an kreuzbergschule@schulen-bonn.de melden.