Studie soll noch 2018 vorliegen

Kommt die Hardtbergbahn doch noch?

Über die Endenicher Allee fahren bisher Busse. An dieser Stelle, zwischen der Mensa Poppelsdorf und der früheren Landwirtschaftskammer, sollen laut Planung einmal die Gleise der Hardtbergbahn aus dem Tunnel wieder an die Oberfläche kommen.

Über die Endenicher Allee fahren bisher Busse. An dieser Stelle, zwischen der Mensa Poppelsdorf und der früheren Landwirtschaftskammer, sollen laut Planung einmal die Gleise der Hardtbergbahn aus dem Tunnel wieder an die Oberfläche kommen.

Hardthöhe/Mitte. Experten untersuchen nun eine oberirdische Verbindung vom Hauptbahnhof bis zur Hardthöhe, die anstellte von Bussen fahren könnte. Nach jahrzehntelanger Debatte könnte damit doch noch eine Hardtbergbahn kommen.

Totgesagte leben manchmal doch länger: Nachdem der Stadtrat die jahrzehntelang debattierte Hardtbergbahn in Tunnelbauweise 2015 beerdigt hatte, könnte nun eine oberirdische Variante realisiert werden. Noch in diesem Jahr rechnet die Stadtverwaltung mit Ergebnissen einer Machbarkeitsstudie. Das geht aus der Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor.

Die Linkspartei hatte nachgehakt, weil die Hardtbergbahn auf der Maßnahmenliste auftaucht, mit der sich Bonn als „Modellstadt der Luftreinhaltung“ um Fördergelder des Bundesumweltministeriums bewirbt. Die Partei begrüßt in ihrer Anfrage „den durch den Oberbürgermeister postulierten Willen, die Verkehrsmittelwahl endlich deutlich zugunsten des ÖPNV zu verschieben“. Die Hardtbergbahn sei ein wichtiger Baustein dafür.

Die neue Linie soll den Hauptbahnhof mit der Südwache auf der Hardthöhe verknüpfen und eine leistungsstarke Anbindung für die Weststadt, Endenich, Duisdorf und Brüser Berg schaffen – als Ersatz für viele Busse, die bisher in diesen Gegenden eingesetzt werden. Ziel ist, die Straßenbahn auf einem Gleiskörper zu führen, der vom restlichen Verkehr getrennt ist. So sollen Pünktlichkeit und Betriebsqualität sichergestellt werden. Für Bund und Land NRW sei ein abgetrennter Gleiskörper ein wesentliches Kriterium bei der Gewährung von Fördermitteln, schreibt die Stadtverwaltung in ihrer Stellungnahme.

Stadt lässt vier Varianten prüfen

In den engen Straßen der Weststadt wird das eine Herausforderung. Die Stadt lässt für den Abschnitt zwischen Hauptbahnhof und „Endenicher Ei“ vier Varianten prüfen, die „überwiegend den vorhandenen öffentlichen Raum“ nutzen sollen. Dem Abschluss der Studie will sie nicht vorgreifen.

Ab dem „Endenicher Ei“ soll die Bahnlinie in der Mitte des Hermann-Wandersleb-Rings bis zur Provinzialstraße geführt werden, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Von dort bis zum Kirchbüchel seien zwei Varianten denkbar: über den Schieffelingsweg und die Julius-Leber-Straße oder parallel zur Autobahn 565. Vom Kirchbüchel würde die Trasse dann über den Brüser Damm weiterlaufen.

Laut ihrer „Modellstadt“-Bewerbung geht die Stadtverwaltung davon aus, die Linie ab 2025 in Betrieb nehmen zu können, falls sie beschlossen wird. Das Planfeststellungsverfahren für die unterirdische Variante war 2015 gestoppt worden, nachdem bereits rund zehn Millionen Planungskosten angefallen waren.

Die Bahn steht am 20. Juni auf der Tagesordnung des Planungsausschusses: ab 18 Uhr, Ratssaal im Stadthaus