Händler maßlos enttäuscht

Keine Unterstützung für Duisdorfer Gewerbeschau

Duisdorf. Hat die Duisdorfer Gewerbeschau, die in diesem Jahr schon nicht stattfand, überhaupt noch eine Zukunft? Nach der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Hardtberg sieht es eher nicht danach aus.

Aber der Reihe nach: Natürlich hatte sich die örtliche Wirtschafts- und Gewerbegemeinschaft Hardtberg (WGH) nach der Absage der traditionellen Veranstaltung in diesem Sommer Gedanken gemacht, wie es weitergehen soll. Weil der Aufwand für die Gewerbeschau ehrenamtlich nicht mehr zu stemmen sei, beantragte sie eine Unterstützung der traditionellen Veranstaltung in Höhe von 8000 Euro – in bar oder als Verrechnung mit anfallenden Gebühren, Platzmieten, Reinigung, Ausnahme- und Schankgenehmigung sowie den Wasserkosten. Denn für all das kamen bisher die WGH-Mitglieder selbst auf.

Festes Ziel sei es, 2019 wieder eine Gewerbeschau zu organisieren, stellte Regina Rosenstock als WGH-Vertreterin in der Sitzung klar: „Aber damit das klappt, brauchen wir die Unterstützung der Bezirksvertretung Hardtberg.“ Doch die zierte sich. CDU-Ratsherr Bert Moll empfand 8000 Euro als sehr hohen Betrag, für den es auch keinen Etat gebe.

Stadtverwaltung gegen WGH-Wunsch

Birgitta Jackel (CDU) warnte vor Schnellschüssen, außerdem müsse man gesamtstädtisch entscheiden. Ähnlich äußerte sich Christian Trützler (Grüne). Hintergrund ist der Rat der Stadtverwaltung, den WGH-Wunsch abzulehnen, weil auch andere Gewerbeveranstaltungen wie „Bonn leuchtet“, das Bürgerfest Beuel und früher die Godema kommerzielle und eigenfinanzierte Events seien, für die es ebenfalls keine städtischen Zuschüsse gebe.

Dass damit Begehrlichkeiten geweckt würden, wie die Stadt meint, sei jetzt schon so, entgegnet WGH-Vorsitzender Gisbert Weber. „Denn die Notwendigkeit von Zuschüssen ist auch in anderen Stadtteilen gegeben. Auch die Kollegen dort haben Probleme.“ An der Entscheidung der politischen Mehrheit, die WGH als Antragsteller eine Tür weiter zur städtischen Wirtschaftsförderung zu schicken, ärgert ihn die Art und Weise. „Wir akzeptieren eine sachliche Entscheidung, aber die Gesprächsführung hat mich entsetzt und maßlos enttäuscht.“

Vorschlag zur Zusammenlegung zweier Events

Weil die WGH die Reaktion kommen gesehen hatte, präzisierte sie auf den letzten Drücker noch kurz vor der Sitzung ihre Überlegungen. Man könne nach ihren Vorstellungen zwei Großveranstaltungen zusammenlegen, nämlich das Derletalfest (mit Rock im Tal) und die Gewerbeschau – als ein großes Stadtbezirksfest, das Kosten spare, weniger Aufwand erfordere, die Vereine integriere, einen verkaufsoffenen Sonntag biete, mehr Bühnen aufweise und besser zu vermarkten sei.

Dass keine Bereitschaft bestand, darüber ernsthaft nachzudenken, merkte WGH-Mitglied Rosenstock schon, als es um die Anerkennung der Tagesordnung ging, sagte sie später. Da rief Bezirksbürgermeisterin Petra Thorand zuerst den Termin für das nächste Derletalfest auf, der dann auf den 6. Juli 2018 festgelegt wurde, und danach erst im nächsten Tagesordnungspunkt die Wünsche und Überlegungen der WGH. „Zu diesem Zeitpunkt war doch schon alles klar, als man nicht einmal bereit war, diese beiden Punkte auf der Tagesordnung zu tauschen“, so Rosenstock. Ihren Ergänzungsantrag, die Feste zusammenzulegen, zog sie später übrigens zurück.

Am kommenden Montag tagt der WGH-Vorstand und entscheidet, ob die Gewerbeschau 2019 stattfindet oder nicht. Wie es ausgeht, lässt WGH-Vorsitzender Weber auf sich zukommen. „Wir müssen gemeinsam überlegen, was wir noch leisten können und was nicht.“