Cop23 auf Jugendebene

Internationales Jugendforum im Hardtberg-Gymnasium

Die Teilnehmer des Internationalen Jugendforums (COP) vor der Aula des Hardtberg-Gymnasiums.

Die Teilnehmer des Internationalen Jugendforums (COP) vor der Aula des Hardtberg-Gymnasiums.

Hardtberg. Das Internationale Jugendforum zum Klimagipfel tagt im Hardtberg-Gymnasium. Schüler aus Marokko, der Elfenbeinküste, dem Tschad, der Republik Kongo, Quebec, Italien, Belgien sowie aus Frankreich sind angereist.

Das Klima hat sich enorm verändert, die Folgen sind unübersehbar: Nerry hat sich die Wollmütze tief ins Gesicht gezogen, unter dem kurzarmigen Trikot seiner Schuluniform blinzelt ein dickes T-Shirt hervor. „Nein“, gesteht der Elfjährige. „So kalt war es mir noch nie. Ich friere schon den ganzen Tag. Bei uns zu Hause ist es das ganze Jahr über heiß.“

Gemeinsam mit seiner Klassenkameradin Jade besucht der Junge von der Elfenbeinküste im Rahmen des Klimagipfels das internationale Jugendforum in Bonn. Dafür sind Schüler aus Marokko, der Elfenbeinküste, dem Tschad, der Republik Kongo, Quebec, Italien, Belgien sowie aus Frankreich für eine Woche an den Rhein gekommen. Die 65 Mädchen und Jungen werden sich mit den Auswirkungen einer Klimaveränderung auf ihren eigenen Lebensbereich beschäftigen.

Gastgeber des Jugendforums ist das Hardtberg-Gymnasium (HBG). In der Aula der Schule stellten die Teilnehmer am Dienstag ihre Projektarbeiten dazu vor. Ziel der Jugendtagung ist, am Ende eine gemeinsame Forderung an die Politiker aus aller Welt zu stellen. „Wir sind wirklich sehr stolz, dass wir Gastgeber dieses internationalen Forums sind“, erklärte Norma Klinsmann vom HBG, die das Projekt gemeinsam mit ihrer Kollegin Christina Schneider betreut.

Treffen mit französischem Klimaforscher

Mathilde und Laura sind aus Frankreich angereist. Sie wohnen nicht nur bei Suzanna, einer Hardtberger Schülerin aus der Jahrgangsstufe 11, sondern mit der 15-Jährigen aus dem bilingualen Zweig der Schule haben die beiden Mädchen aus der Gegend von Lyon auch eine ideale Dolmetscherin für ihren Aufenthalt gefunden. Gemeinsam mit Freundin Florisse haben sich die Mädchen darüber Gedanken gemacht, wie sich die Wirtschaft in ihrer Heimat nahe Grenoble verändert, wenn aufgrund des Klimawandels kaum noch Schnee fällt. „Viele Menschen leben vom Tourismus. Für das ganze Wirtschaftssystem und für jeden Einzelnen von uns wäre das auf jeden Fall eine Katastrophe“, erklärt Mathilde. Eine Lösung können die Mädchen aus Frankreich jedoch nicht präsentieren. „Wir haben überlegt, ob man die Pisten alternativ mit Sand präparieren kann. Aber das funktioniert nicht.“

Ein Höhepunkt des Jugendforums wird das Treffen mit dem französischen Klimaforscher Jean Jouzel in der Bonn-Zone am Mittwoch sein. Mit ihm soll ein Teil der Gruppe über verschiedene Klimaschutzmaßnahmen diskutieren. Gemeinsam werden dabei die vom Jugendforum erstellte Erklärung und Themen erörtert. Der andere Teil der Gruppe wird in dieser Zeit die verschiedenen Aktionen und Veranstaltungen in der Rheinaue, wie das Erdkugel-Zelt Climate Planet, entdecken. Zum Abschluss der internationalen Begegnung werden die Schüler gemeinsam eine Reportage präsentieren, die sie während ihres Aufenthalts in Bonn produzieren. Dafür werden sie in der Bonn-Zone filmen sowie Interviews mit Gipfeldelegierten machen.

Nerry hat bereits sein ganz persönliches Fazit gezogen. „Nein“, sagt der Junge von der Elfenbeinküste. „Ich will mich nicht an diese Kälte gewöhnen. Mir sind die Temperaturen in meiner Heimat viel lieber. Auch wenn es meist schwül ist. Aber wir frieren nicht“, zieht der Elfjährige seine ganz persönliche Klimabilanz – und die Wollmütze noch tiefer ins Gesicht.