Totes Tier gefunden

Hündin liegt monatelang tot im Dransdorfer Bach

Mit Kameras wurde Hündin Ella aufgespürt, konnte aber nicht eingefangen werden.

Mit Kameras wurde Hündin Ella aufgespürt, konnte aber nicht eingefangen werden.

Hardtberg. Eine tote Hündin hatte mehrere Monate lang im Dransdorfer Bach gelegen. Eine Tierschützerin vermutet, dass sie erschossen wurde. Derweil werden auch wieder Fälle von ausgelegten Giftködern gemeldet.

Auf einen traurigen Fund machen Aushänge an Bäumen auf der Streuobstwiese zwischen Messdorf und Dransdorf aufmerksam. Eine tote Hündin hatte mehrere Monate lang im Dransdorfer Bach gelegen. Ihr Schicksal ist der ehrenamtlichen Tierschützerin Stephanie Rochet sehr nahe gegangen. „Daher musste ich meine Trauer und meine Wut mitteilen“, sagt sie. Und sie fragt, wer etwas gesehen hat.

Die Hündin Ella ist ihrer Besitzerin, die nicht genannt werden möchte, vor acht Monaten entlaufen. Auf die Vermisstenmeldung wurde Rochet auf Facebook aufmerksam und nahm Kontakt zur Besitzerin auf. Rochet hat sich auf die Sicherung entlaufener Hunde spezialisiert.

Irgendetwas habe die Hündin in Panik versetzt, so dass sie sich aus dem Geschirr befreit habe und verschwunden sei, schildert Rochet. Die mögliche Erklärung sei eine Traumatisierung. Der Rauhaar-Mix war wohl in Italien ausgesetzt worden und dann vor drei Jahren nach Deutschland in die Obhut der Röttgenerin gekommen.

Bei der Suche in der Umgebung wurde Ella mit Kameras im benachbarten Katzenlochbachtal gesichtet. Doch weder Jäger noch ein versierter Tierfänger konnten sie ergreifen. „Der Plan war, die Hündin in eine Lebendfalle zu locken oder per Distanznarkose an sie heranzukommen“, erläutert Rochet. Es misslang. Das Tier verschwand. „Einen Hund in Panik kann man nicht einfach anlocken, auch wenn er über Jahre lieb und brav wahr. Wer das meint, treibt ihn in den Tod“, stellt sie klar.

Mitte Februar hatte Rochet die Bonner Verwaltung über den Kadaver des Hundes im Dransdorfer Bach informiert und darauf gedrängt, das Tier dort zu entfernen, bevor Mitarbeiter des Grünflächenamtes sie bargen. Der Verwesung zufolge habe Ella mehrere Monate dort gelegen. Einen Monat später kam das Tier in die Tierkörperbeseitigungsstätte Marl.

Was Stephanie Rochet umtreibt, ist die Vermutung, dass Ella erschossen worden sein könnte. „Es waren keine Knochenbrüche erkennbar, die auf einen Zusammenprall mit einem Auto schließen ließen.“ Die Tierschützerin rät im Fall, dass der Hund entlaufen ist, sich an Profis zu wenden, die sich in der Sicherung. Bei verunfallten Tieren sollten sich Besitzer zeitnah an einen Pet Trailer wenden, der das Tier Orten kann. Die Polizei sei nicht der richtige Ansprechpartner. „Es werden bei uns zwar herrenlose Hunde gemeldet, aber wir gehen nicht gezielt auf Suche, es sei denn, es gäbe einen Hinweis auf eine Gefährdung“, sagt Polizeisprecher Frank Piontek.

Auch Giftköder werden bei der Polizei gemeldet – ein Thema, das derzeit offenbar Hundebesitzer in Röttgen umtreibt. Auf der Homepage roettgen-online wird aktuell ein Hinweis auf Giftköder rund um den Röttgener See, an der Villiper Allee und rund ums GIZ hingewiesen.

Anfang April hat ein Mann beim Gassigehen zwischen Buschdorf und Hersel verhindert, dass sein Hund eine vermutlich vergiftete Frikadelle verschlang. Einen anderen Vorfall gab es vor einem Jahr am Mehlemer Rheinufer.

Tierschützer raten, den Hund beim Gassigehen angeleint zu lassen oder aufmerksam im Blick zu halten. Um sicher zu gehen, sollte eine Probe des verdächtigen Fressens beim Veterinäramt, Engeltalstraße 4, abgegeben werden.