Regionalbahn 23

Grünes Licht für Gleisausbau - Neue Haltestellen aber erst 2014

Die Regionalbahn 23 auf der Strecke zwischen Bonn und Duisdorf: In Höhe des neuen Kindergartens in der "Grünen Mitte" soll ein Haltepunkt entstehen.

BONN/DUISDORF. Seit zig Jahren geplant, ist offensichtlich nach langem Hin und Her der zweigleisige Ausbau der Voreifelbahn RB 23 auf der Strecke zwischen Duisdorf und Witterschlick samt Neubau von vier Haltestellen (Endenich-Nord, Helmholtzstraße, Alfter-Impekoven und Rheinbach-Römerkanal) in trockenen Tüchern.

Das erfuhren die Mitglieder des Planungsausschusses in der jüngsten Sitzung aus erster Hand von Hans-Joachim Sistenich, Geschäftsführer des Nahverkehrs Rheinland (NVR).

Aber auch, dass sich zeitweise Vollsperrungen im Zuge des Ausbaus wohl nicht vermeiden lassen werden: So müsse vor allem in den Sommerferien 2014 die Gleisstrecke zwischen Duisdorf und Witterschlick gesperrt werden. Ausgerechnet dann, wenn man in und rund um Bonn aufgrund der Sanierungsarbeiten an der Nord- und Südbrücke sowie noch laufenden Bauarbeiten an der Viktoriabrücke ohnehin mit Megastaus rechnen muss. Während der Gleissperrung soll ein Schienenersatzverkehr eingerichtet werden.

Bis kurz vor der Ausschusssitzung habe die Zitterpartie vor allem zur Finanzierung des mehr als 33 Millionen Euro teuren Gleisbau-Projektes gedauert, berichtete Sistenich. Es seien zuletzt formaljuristische Hürden gewesen, die sich noch spät ergeben hatten, aber schließlich doch noch nach mehreren Krisensitzungen überwunden werden konnten .

Die Regionalbahn 23, die zwischen Bonn und Euskirchen bis Bad Münstereifel verkehrt, wird der Bahn zufolge werktags von mehr als 12 000 Fahrgästen genutzt und ist damit ein wichtiges "Rückgrat" des Schienennahverkehrs im Großraum Bonn. Um die an die Bahnlinie angrenzenden Wohn- und Gewerbegebiete zwischen Bonn und Rheinbach besser zu erschließen, sollen vier zusätzliche Haltepunkte gebaut werden. Gerechnet wird folglich mit rund 3 000 zusätzlichen Fahrgästen.

Vor Inbetriebnahme der neuen Haltestellen müssen indes der bisher nur eingleisige Abschnitt zwischen Duisdorf und Witterschlick auf zwei Gleise ausgebaut sowie die Weichenstraße am Bonner Güterbahnhof umgebaut werden. Letzteres soll nach den Planungen der zuständigen DB Netz AG in der zweiten Jahreshälfte 2013 erfolgen. Dadurch sei in diesem Bereich nur ein eingleisiger Betrieb möglich, so dass in der Hauptverkehrszeit mit einem eingeschränkten Zugangebot gerechnet werden muss.

Der zweigleisige Ausbau zwischen Bonn-Duisdorf und Witterschlick ist erst für das Jahr 2014 vorgesehen, so dass erst dann die geplanten Haltepunkte Alfter-Impekoven und Endenich-Nord bedient werden können. Andererseits zeigten sich die Mitglieder des Planungsausschusses erleichtert, dass die lange Planungszeit ein Ende hat. "Wir sehen jetzt endlich Licht am Ende des Tunnels", sagte CDU-Ratsherr Wilfried Reischl.

Er hofft, dass spätestens Ende 2014 die neue Strecke samt neuer Haltepunkte eröffnet werden könne. "Uns ist außerdem wichtig, dass die Gleisarbeiten mit der Sanierung der Bonner Brücken aufeinander abgestimmt werden, damit Bonn nicht im Stau versinkt", sagte Reischl.