Bauprojekt „Pandion Ville“ in Bonn

Größtes Neubaugebiet bietet Platz für 520 Wohnungen

Duisdorf. Das größte Neubaugebiet Bonns nimmt Formen an. Auf dem Gelände der ehemaligen Gallwitz-Kaserne sollen 520 Wohnungen entstehen. Der Abbruch der alten Kasernen-Gebäude läuft planmäßig.

Wer des Französischen mächtig ist, weiß mit dem Wort „Ville“ etwas anzufangen: Es heißt „Stadt“, und die Duisdorfer erinnert es natürlich besonders an ihre Partnerstadt Villemomble. Das größte Neubaugebiet Bonns nimmt darauf Bezug. Denn für das Areal zwischen der Julius-Leber-Straße und dem Wirtschaftsministerium hat sich der Investor, die Pandion AG, den Namen „Pandion Ville“ einfallen lassen.

Kein Wort mehr von Gallwitz. Keine Erwähnung einer Kaserne in dem Exposé, das die Vorteile des neuen Wohnquartiers im speziellen und Duisdorf im allgemeinen in höchsten Tönen schildert. Schon jetzt ist das Gros der Kasernengebäude Vergangenheit, nur entlang der Julius-Leber-Straße steht noch ein kleiner Teil davon.

Den alten Exerzierplatz in der Mitte kann man auch nicht mehr erkennen, dort sind Unmengen von Schutt und Steinen bis zu einer Höhe von fünf Metern aufgetürmt. Abtreten General Gallwitz, willkommen in Pandion Ville, dem Neubaugebiet auf einer Größe von 7,6 Hektar – das entspricht zwölf Fußballfeldern.

Bisher ist alles im Zeitplan. Seit April läuft der Abbruch. Mit drei Baggern, einer Brecheranlage und rund 20 Arbeitern war man seitdem vor Ort. Inzwischen sind es weniger Mitarbeiter. Besonderheiten oder Überraschungsfunde waren nicht zu verzeichnen, heißt es. 10 000 Kubikmeter wird am Ende der Abraum betragen, auch die alte BGS-Sporthalle steht nicht mehr.

Mitte 2018 soll der Bau der ersten zwei von acht Bauabschnitten beginnen, und zwar im hinteren Teil des Grundstücks nahe der Autobahn, bis 2022 sollen alle anderen sechs Bauabschnitte fertig sein, so dass am Ende 520 Wohnungen neu zu beziehen sind.

Der größte Teil davon, nämlich 400, werden Eigentumswohnungen sein, die bereits jetzt verkauft werden. Sie alle liegen von der Julius-Leber-Straße abgewandt. Die Pandion AG hat für Interessenten vor zwei Wochen einen „Showroom“ eingerichtet, der auf dem Gelände oberhalb einer Baubaracke errichtet wurde – erreichbar von der Julius-Leber-Straße aus. Dort kann man sich ein Modell des Neubaugebiets ansehen, von der Terrasse das Gelände begutachten, das Exposé bekommen und sich von den Vertriebsmitarbeitern Chilla Hofmeister und Ingo Schwarz beraten lassen. Die Öffnungszeiten sind immer dienstags, donnerstags und freitags von 14 bis 18 Uhr sowie sonntags von 11 bis 14 Uhr.

Als Kaufpreise werden 3000 bis 4100 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche für die Eigentumswohnungen aufgerufen. „Der höhere Preis gilt dabei für die Penthouse-Wohnungen“, erklärt Schwarz. Aber auch schon ab der zweiten Etage sollen die künftigen Eigentümer eine Fernsicht über das Bonner Stadtgebiet haben, kündigt er an. Die Wohnungen werden Größen von 46 bis 136 Quadratmetern haben.

Bisher sei der „Showroom“ gut besucht. Und manche Interessenten hätten sich auch schon entschlossen. „Die ersten Beurkundungen für die Kaufverträge haben wir für Ende Dezember beim Notar terminiert“, berichtet Schwarz. Die Käufer kaufen nach Prospekt und Grundriss, der Markt für eine solche Zahl neuer Eigentumswohnungen ist nach Überzeugung der Pandion AG vorhanden.

Entlang der Julius-Leber-Straße entstehen außerdem 120 öffentlich geförderte Wohnungen. Diese Häuser baut aber nicht die Pandion AG selbst, sondern ein anderer Bauträger. Wer das sein wird und die Grundstücke erwirbt, ist noch unklar: „Die Verhandlungen laufen“, so Schwarz.

Auf dem Grundstück, das 420 Meter lang und 150 Meter breit ist, ist auch fast der komplette Baumbestand gerodet worden. Beantragt worden war die Entfernung von 225 satzungsgeschützten Bäumen, wobei allerdings die Fälltruppe schon die Säge zur Hand genommen hatte, als die Genehmigungen noch nicht vorlagen. Die Stadt Bonn hat die Pandion zur Auflage gemacht, in dem Wohngebiet später 156 heimische Laubbäume zu pflanzen und Ausgleichszahlungen für 69 Bäume zu leisten, die nicht wieder ersetzt werden können.