Margot-Barnard-Realschule

Getanztes Plädoyer für Solidarität und Gemeinschaft

Gekonnte Choreografien und akrobatische Solo-Einlagen zeigen die Neuntklässler der Barnard-Realschule.

Gekonnte Choreografien und akrobatische Solo-Einlagen zeigen die Neuntklässler der Barnard-Realschule.

Duisdorf. Unter dem Titel „Gemeinsam grenzenlos“ haben 20 Schüler der Margot-Barnard-Realschule jetzt ein beeindruckendes Tanzprojekt aufgeführt. Vier Bilder werden dabei choreografisch umgesetzt.

20 Jungen und zehn Mädchen. Alle kommen einzeln auf die Bühne. Jeder ist für sich, jeder ist allein. Jeder sucht hilfesuchend den Horizont ab. Mit langsamen, vorsichtigen Schritten finden sie zu einer Gemeinschaft, die mit vereinten Kräften eine imaginäre Mauer überwindet. „Gemeinsam grenzenlos“ heißt das erste von vier Bildern des gleichnamigen Tanzprojektes der Klasse 9b, das in der Aula der Margot-Barnard-Realschule aufgeführt wurde. Neun Monate lang haben die 14- bis 16-jährigen Schüler und Schülerinnen jede Woche nach dem Unterricht für das anspruchsvolle Projekt unter der Leitung von Klassenlehrer Tom Kratzer und Tanzpädagogin Lisa Jakowetz geprobt.

Im zweiten Bild „Flammenmeer“ werden einzelne Flammen zu einem großen Feuer. Auch in „Verbunden“ werden zu „I would love to change the world“ von Jetta, dynamisch choreografiert, fehlende Gemeinschaft und verlorene Solidarität in einer extrem individualisierten Welt thematisiert. Das Finale zeigt zu „Closer“ von The Chainmakers mithilfe akrobatischer Einlagen einzelner Tänzer, dass Gemeinschaft und Individualität kein Widerspruch sein müssen.

Das Publikum bejubelte die beeindruckende Performance mit Standing Ovations und Zugaberufen. Viel Beifall gab es auch für das von der Band der 9b unter der Leitung von Katharina Raskop und der Musik-AG unter der Leitung von Martina Dhams-Zhou gestaltete Vorprogramm. „Zwei Drittel Jungs, ein Drittel Mädels. Das ist für eine Klasse 9 ungewöhnlich und stellte für ein Tanzprojekt eine besondere Herausforderung dar“, erzählte Klassenlehrer Kratzer nach der erfolgreichen Aufführung. Der Lehrer für Mathematik, Chemie und Sport hat früher selber im Ballett getanzt und stand auch in Musicals auf der Bühne.

„Eine weitere Herausforderung war, dass diese Art des Tanzens weit weg vom Mainstream wie Hip-Hop ist“, ergänzte Choreografin Jakowetz. Den jungen Tänzern und Tänzerinnen hat das Projekt, das vom Land NRW mit fast 4 000 Euro gefördert wurde, viel Spaß gemacht. „Wir fanden es besonders gut, dass wir mitgestalten konnten. So wurden unsere Vorschläge für andere Bewegungen immer eingebaut“, lobten Jana Schneider und Elisabeth Ligastaev. Für Richard Strohmaier und Yaprak Garpar hat das Projekt dazu beigetragen, die Gemeinschaft in der Klasse zu stärken.

„Gemeinsam sind wir stark. Das ist auch die Leitlinie unserer Pädagogik“, sagte Schulleiterin Ingrid Schnickers-Both, die für die engagierten Akteure angesichts tropischer Temperaturen die passende Anerkennung parat hatte – eine Einladung in die Eisdiele.