Empfang für die Vereine

Gesangsverein Liederkranz erhält Hardtberg-Medaille

Ehrung mit betrüblicher Beinote: Bezirksbürgermeisterin Petra Thorand überreicht die Urkunde zur Hardtberg-Medaille an Dieter Joest vom Gesangverein Liederkranz Bonn-Lengsdorf.

Ehrung mit betrüblicher Beinote: Bezirksbürgermeisterin Petra Thorand überreicht die Urkunde zur Hardtberg-Medaille an Dieter Joest vom Gesangverein Liederkranz Bonn-Lengsdorf.

Duisdorf. Beim traditionellen Jahresempfang für die Hardtberger Vereine erhielt der Gesangverein Liederkranz die Hardtberg-Medaille. Die Freude wurde jedoch getrübt, als bekannt wurde, dass der Verein sich zum Jahresende auflöst.

. Eine Auszeichnung wie die Hardtberg-Medaille hat der Gesangverein Liederkranz Bonn-Lengsdorf 1862/1876 schon lange verdient für seine Pflege des traditionellen Liedguts. In diesem Jahr hat er sie endlich bekommen, und es war auch die letzte Möglichkeit dafür: Ende des Jahres, verkündete der Vorsitzende Dieter Joest am Donnerstag beim Empfang der Ortsvereine des Stadtbezirks im Rathaus Hardtberg, löst sich der Liederkranz auf, „da wir keinen Nachwuchs haben“.

Das war eine betrübliche Nachricht beim Rathaus-Empfang. der traditionell das ehrenamtliche Engagement der Hardtberger Vereine würdigt. Der Liederkranz, der 2002 aus der Fusion des Gesangvereins Lengsdorf von 1862 und des Quartett-Vereins „Liederkranz“ von 1872 hervorging, hat sich immer im Ort engagiert, 2006 bis 2012 die Karnevalsveranstaltungn und die Kirmes organisiert und sich auch am Bau des Bürger- und Vereinshauses beteiligt. Zudem wahrt man das althergebrachte Liedgut.

Aber der Altersdurchschnitt, so Joest, liege bei 80 Jahren, deshalb wurde dieser Schritt notwendig. Sowohl die Vertreter der Ortsfestausschüsse Lengsdorf und Duisdorf sowie des Ortsausschusses Brüser Berg als auch Bezirksbürgermeisterin Petra Thorand drückten neben der Gratulation ihr Bedauern aus. Verschiedene Ortsvereine waren im Ratssaal vertreten, aber weniger als in den Vorjahren. Ihnen dankte Thorand für ihren Einsatz, ihre Vorbildfunktion und ihre Integrationsbemühungen gegenüber ausländischen Mitbürgern und Neubürgern im Hardtberg. „Es ist keineswegs selbstverständlich, dass Sie alle so viel Ihrer Freizeit opfern.“ Sie werde sich dafür einsetzen, „dass die Mittel für die Vereine nicht gestrichen werden“, auch wenn es nicht viel sei, so die Bezirksbürgermeisterin.

Denn es gehe auch darum, den Erhalt der Vereinsveranstaltungen zu sichern, wobei sie explizit das Derletalfest nannte. Zuletzt hatte es Überlegungen gegeben, das Fest mit der Gewerbeschau zu kombinieren. Über die Erhöhung der Miete für städtische Veranstaltungsräume, die aktuell die Karnevalsvereine überraschte, zeigte sie sich schockiert. „Das würde nicht funktionieren können, wenn der Beitrag auf ein Fünffaches steigt“, so Thorand. „Die Hallen sind für die Bürger da.“ Sie würden ehrenamtlich und nicht kommerziell genutzt.

Auch der Lengsdorfer OFA-Vorsitzende Christoph Schada appellierte, dass die Zuschüsse zu 100 Prozent weitergezahlt werden sollten. Er kritisierte auch, dass es Auflagen und ein Genehmigungsmarathon es den Vereinen schwer mache, Veranstaltungen auszurichten. Mit 2018 war er zufrieden, es sei ein aktives und erfolgreiches Jahr gewesen.