„Ich bin gerne ein Vereinsmensch“

GA-Interview mit einem Bonner Tausendsassa

Interview mit Christoph Schada zum 50. Geburtstag.

Interview mit Christoph Schada zum 50. Geburtstag.

Lengsdorf. Christoph Schada ist im Bonner Westen der dienstälteste Vorsitzende eines Ortsfestausschusses. Nicht nur das: Der 50-Jährige engagiert sich in zahlreichen Lengsdorfer Vereinen.

Ohne ihn liefe in Lengsdorf nicht viel. Christoph Schada von Borzyskowski ist an vielen Fronten aktiv, um seinen Heimatort zu vertreten, voranzubringen und zu unterstützen. Unter anderem ist er Mitglied im Trägerverein Vereinshaus, im VfL Lengsdorf, bei den Schießsportfreunden, beim Gesangverein Liederkranz, bei der Karnevalsgruppe „De Knallhaade“ und in der Freiwilligen Feuerwehr.

Am Kirmesende verurteilt er als „Staatsanwalt“ stets den Zacheies. In den Vereinen Hardtberg-Kultur und bei den Hardtberger Senatoren, wo er ebenfalls Mitglied ist, moderiert er immer wieder Veranstaltungen. Er ist Beisitzer der CDU Lengsdorf und als Bezirksverordneter Mitglied des Hardtberger Bezirksparlaments. Auch über Lengsdorf hinaus engagiert sich Schada, ist Mitglied im Bauverein Bonner Münster und bei Bürger für Beethoven. Im Karneval ist seine Heimat die Ehrengarde und die Große Dransdorfer KG. Im Jahr 2011 regierte er als Prinz Christoph I. die Bonner Narren. Mit dem Vorsitzenden des Ortsfestausschusses, der in sein 18. Amtsjahr geht und der an diesem Donnerstag 50 Jahre alt wird, sprach Rolf Kleinfeld.

Sie sind Mitglied in rund 15 Vereinen und Organisationen. Welches ist ihr Lieblingsverein?

Schada: Eine schwierige Frage, ich will da keine Reihenfolge aufmachen. Aber besonders am Herzen liegt mir der Heimat- und Verschönerungsverein Lengsdorf, weil hier eine Brücke zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart geschlagen wird, ich mich mit Lengsdorf sehr verbunden fühle und der Heimatverein genau dieses Spektrum abdeckt.

Sie gehörten schon vor 25 Jahren zum harten Kern der Malocher, die das Vereinshaus Lengsdorf per Hand gebaut haben und übernahmen dann auch als relativ junger Mann den Vorsitz im Ortsfestausschuss. Woher kommt diese Vorliebe für öffentliches Engagement?

Schada: Ich mache das, weil mir Lengsdorf am Herzen liegt und ich gerne in einem Ort wohne, in dem auch Aktivitäten stattfinden. Und das Vereinshaus war damals das prägende Projekt. Aber ich war schon mit 16 Jahren der jüngste Notenwart beim Gesangverein 1862 Lengsdorf. Und was den Posten im Ortsfestausschuss angeht, bin ich inzwischen wohl der dienstälteste Vorsitzende im ganzen Bonner Westen.

Ist man als Mitglied in so vielen Vereinen eigentlich jeden Abend unterwegs?

Schada: Fast. Ich versuche, nicht jeden Abend Sitzungen zu haben, aber es geht eine große Anzahl von Stunden für die Vereinsarbeit drauf. Ich sage immer scherzhaft, ich habe nie Zeit, meine Miete abzuwohnen.

Wird Ihnen das nicht irgendwann zu viel?

Schada: Ja und nein. Manche Vorbereitungen erfordern viel Arbeit, die viele gar nicht sehen. Aber wenn die Feste dann stattfinden, macht es ja auch Spaß.

Wie lange wollen Sie das noch machen?

Schada: Irgendwann werde ich bestimmt auch sagen, das war's. Aber noch nicht, weil es noch Spaß macht, jeder in der Familie eingebunden ist und ich ein gutes Vorstandsteam habe.

Ist Vereinsmeier für Sie ein Schimpfwort?

Schada: Das Meier stört mich, ja. Ich würde sagen, ich bin gerne ein Vereinsmensch.

Zahlen Sie eigentlich überall Beiträge?

Schada: Natürlich. Genau wie jedes andere Mitglied. Ehrenamt kostet Geld, dafür bekommt man keine Aufwandsentschädigungen.

Vereine, Partei oder Karneval, wo liegt die Priorität?

Schada: Wieder so eine Fangfrage. Karneval ist ja nur eine saisonale Sache, die Parteiarbeit kommt an zweiter Stelle. Die Priorität liegt auf der Arbeit in den Vereinen.

War es trotzdem ein Traum für Sie gewesen, einmal Prinz zu sein?

Schada: Ja, und es war eine der besten Entscheidungen und Erfahrungen, nach neun Jahren als Adjutant einmal selbst als Prinz von Bonn auf der Bühne gestanden zu haben. Das hat mir viel gebracht, außerdem habe ich damals meine Partnerin Stephanie kennengelernt.

Kennen Sie eigentlich jeden Einwohner Lengsdorfs persönlich?

Schada: Sicher nicht, weil Lengsdorf durch die Neubaugebiete ja sehr gewachsen ist. Aber ich kenne viele, die hier wohnen. Und wahrscheinlich sind es noch mehr, die mich kennen durch meine Ämter.

Worauf freuen Sie sich als nächstes?

Schada: Ganz besonders auf unseren Karnevalszug, der erstmals an einem Freitagnachmittag, nämlich am 9. Februar ab 14.30 Uhr durch den Ort zieht. Mündliche Zusagen dazu habe ich schon viele, aber die Anmeldefrist endet erst am 15. Januar. Und da bin ich ganz kribbelig, wie viele Gruppen sich anmelden und wie das alles wird.

Zum Schluss hätte ich gerne einen Abnehmtipp von Ihnen.

Schada: Sie meinen, weil ich seit Mai etwas über 30 Kilo abgenommen habe? Also. Man sollte das Leben weiter genießen, aber von allem etwas weniger konsumieren. Ich fühle mich mit diesem Rezept jedenfalls fitter und wohler als früher.