Freizeitsport in Duisdorf

Frisbee-Fans erobern das Derletal

Duisdorf. Nachdem die Hardtberger Bezirkspolitiker einstimmig grünes Licht für eine Frisbee-Anlage im Derletal gegeben haben, freut sich der Verein Bonnsai nun auf das neue Trainingsgelände.

In nächster Zeit soll ein Treffen mit dem Sportamt und dem Amt für Stadtgrün stattfinden, um die Details zu klären. Vielleicht könnten dann schon im Frühjahr die zwölf Körbe einbetoniert und zwölf sogenannte T-Signs auf dem Boden angebracht werden.

Das Derletal war dem Verein nach dessen Anfrage von der Stadtverwaltung angeboten worden. „Und wir finden die Fläche super“, sagen Dorothea und Daniel Klein, die sich dem Frisbee-Hobby verschrieben haben. „Das Derletal ist zwar klein, hat aber viele natürliche Hindernisse.“ Inzwischen haben sie schon häufiger hier gespielt, immer auf mobile Körbe.

Gegen die Rheinaue habe gesprochen, dass dort zu viele Speziergänger unterwegs sind. Anders im Derletal. „Wir haben uns das Areal zu jeder Zeit angeschaut, und es war immer wenig los“, sagt das Ehepaar Klein. Sie finden: „Der Disc-Golf-Course kann die Attraktivität des Parks erhöhen.“

Landesweit gibt es 30 bis 40 Vereine, die diesen Sport betreiben. Mit 255 Spielern ist NRW eine Hochburg. Ihr Ziel: Die Körbe mit den hängenden Ketten werden aus rund 60 Meter anvisiert und dann wird mit Schwung und vor allem Technik das Frisbee aufs Ziel geworfen. Ein Starterset für 25 bis 35 Euro hat drei Scheiben – einen Driver für weitere Strecken, eine Midrange-Scheibe mit breiterer Kante und einen Putter. Das ist die Scheibe, wie man sie normalerweise kennt.

„Mit drei Würfen sollte man eigentlich im Korb sein“, beschreibt Daniel Klein und legt los. Für den Laien ist das nicht so einfach, da braucht es schon mindestens die doppelte Anzahl. Den Weltrekord im Weitwurf hält übrigens seit 2016 ein Deutscher. Simon Lizotte aus Bremen ist der erste Werfer, der die Marke von 900 Fuß oder 275 Metern geknackt hat. Das entspricht einer Strecke von drei Fußballfeldern. So weit schaffen es auch die Kleins lange nicht, da ist bei 120 Metern Schluss.

Dass die Spaziergänger im Derletal von umherfliegenden Scheiben getroffen werden, ist indes nicht zu erwarten. Die Lage der zwölf Bahnen kann sich noch im Detail verschieben. Für die CDU, die diese Anlage im parlamentarischen Raum beantragt hat, ist der Bau der Anlage ein Stück mehr Attraktivität für den Hardtberg, was das Sport- und Freizeitangebot bereichern könnte. „Ein derartiges Angebot gibt es bislang in Bonn nicht“, so Ratsherr Christos Katzidis. „Deshalb wäre es wünschenswert, wenn im Derletal ein solcher Disc-Golf-Course als Pilotprojekt für Bonn eingerichtet werden könnte.“