Jugendfeuerwehren

Feuer löschen, Personen retten, Ölspur beseitigen

Eine spannende, aber auch anstrengende Übung absolvieren die Kinder und Jugendlichen mit ihren Ausbildern.

LENGSDORF/ZENTRUM/BEUEL. Feuer auf dem alten Schlachthof, Personen vermisst im Wald in Röttgen und um fünf Uhr früh noch eine Ölspur, die beseitigt werden muss. Durchaus reale Bedingungen galt es bei der 24-Stunden-Übung für die Jugendfeuerwehr Lengsdorf und Bonn-Mitte zu bestehen.

Es ist Samstagabend, 21 Uhr. Elf Jugendliche sitzen in einem Klassenraum der Feuerwache II in Beuel. Plötzlich ertönt ein Gong. Die Jugendlichen zucken zusammen und bekommen große Augen. "Personenrettung, ein Team zur Erkundung, bitte."

Sofort ziehen die Jugendlichen ihre orange-blauen Uniformen an und laufen zur Tür. Draußen wartet Unterbrandmeister David Lohmer - und stoppt die Jugendlichen. "Moment mal, was wurde gerade gesagt? Nur ein Team. Ihr geht erst mal wieder zurück." Die zehn Jungen und ein Mädchen trotten zurück in den Klassenraum, lassen aber ihre Uniformen an.

Sie wissen, gleich wird noch mal eine Durchsage kommen, und dann müssen sie wirklich los. Sie sind mitten in der 24-Stunden-Übung der Jugendfeuerwehren Bonn-Mitte und Lengsdorf. Am Samstag um 17 Uhr ertönte für sie das erste Mal der Alarm.

Sepehr, 12, sagt: "Auf dem Weg zum Einsatz habe ich erfahren, dass wir ein richtiges Feuer löschen werden. Ich dachte nur: Cool." Auch Jesem, 12 Jahre alt, war aufgeregt, und Kevin bekam sogar ein bisschen Gänsehaut.

Gelöscht werden mussten brennende Paletten auf dem Gelände des alten Schlachthofs an der Hein-Möller-Straße. "Die Jugendlichen haben in vier Minuten die Schläuche ausgerollt und angefangen zu löschen. Eine gute Zeit", lobte Jugendwartin Kerstin Lohmer.

Nach dem gemeinsamen Abendessen ging um 21.30 Uhr schon wieder der Alarm. Ein Waldstück in Röttgen musste nach zwei vermissten Personen durchkämmt werden.

"Gegen Mitternacht kamen wir zurück, und die Kids haben sich hingelegt. Um 3.30 Uhr weckten wir sie aber wieder. Wir rückten aus, und als wir nach einer Stunde zurückkehrten, mussten wir schon wieder los, um eine aus Kakao und Pflanzenöl gemachte Ölspur zu beseitigen."

Am Sonntagvormittag war die Übung beendet. "Schließlich müssen die Kids ja bald wieder in die Schule", so Lohmer.