Bäderdiskussion in Bonn

Für das Hardtbergbad bleibt ein Risiko

Die SPD steht auf dem Standpunkt, dass die Sanierung des Hardtbergbads bereits beschlossene Sache ist - unabhängig vom Ausgang des Bürgerentscheids zum Kurfürstenbad.

Die SPD steht auf dem Standpunkt, dass die Sanierung des Hardtbergbads bereits beschlossene Sache ist - unabhängig vom Ausgang des Bürgerentscheids zum Kurfürstenbad.

Hardtberg. Die SPD geht davon aus, dass die Sanierung des Hardbergbad nichts mit dem Ausgang des Bürgerentscheids zu tun hat. Die CDU sieht das anders: Das Bäderkonzept könnte gestoppt werden.

Setzt sich der Förderverein für das Hardtbergbad im anstehenden Bürgerentscheid zum Kurfürstenbad nur deshalb für dessen Schließung und den Bau eines neuen Bades in Dottendorf ein, weil in diesem Bäderkonzept der Stadt auch die Sanierung des Hardtbergbads vorgesehen ist? Der Förderverein bestreitet, sich wegen der Vorteile für die Hardtberger Bürger so entschieden zu haben und verweist darauf, sein „Nein“ im Bürgerentscheid sei das Votum für eine ganzheitliche Lösung für Bonn, hinter der auch der Sport stehe.

Dass die Sanierung des Hardtbergbads an den Bau des neuen Bads gekoppelt sei, bestreitet derweil die SPD, die sich für eine dezentrale Lösung einsetzt: „vier Hallenbäder, vier Stadtbezirke“. „Die Sanierung des Hardtbergbads ist bereits beschlossene Sache, der Rat hat die Verwaltung mit der Umsetzung beauftragt“, sagt Bonns SPD-Vorsitzender Gabriel Kunze und verlangt: „Das darf jetzt nicht zerredet werden.“

Beim Bürgerentscheid im April werde nur über den Erhalt des Kurfürstenbades abgestimmt. Kunze: „Die Sanierung des Hardtbergbads hat damit nichts zu tun.“ Das Geld für dessen Sanierung sei im Doppelhaushalt 2017/2018 enthalten, weshalb SPD-Sportsprecherin Gabi Maier fordert: „Mit der dringend notwendigen Sanierung von Bonns einzigem Kombibad sollte schnellstens begonnen werden, anstatt sie erneut in Frage zu stellen.“

Keine Neiddebatte provozieren

Ihr Vorwurf richtet sich gegen die CDU, was deren Kreisvorsitzender Christos Katzidis so nicht stehen lässt. „Wir stellen doch unsere eigenen Ratsbeschlüsse nicht in Frage“, sagt er. Die Ratskoalition stehe weiter dazu, ein neues Bad in Dottendorf zu bauen und dafür das Kurfürstenbad und das Frankenbad aufzugeben. In Wirklichkeit gehe es aber um viel mehr. Es gehe um die Zukunft der gesamten Bonner Bäderlandschaft

Eine mögliche Sanierung des Kurfürstenbads, wenn der Bürgerentscheid erfolgreich für die Initiative verläuft, werde das beschlossene Bäderkonzept wieder hinfällig machen, so Katzidis. Die Planungen für das neue Sport-, Familien- und Freizeitbad in Dottendorf und die bereits beschlossenen Planungen für die Sanierung des Hardtbergbads würden gestoppt werden, sagt er voraus. Dann sei Stillstand über Jahre programmiert- „Ich warne davor, durch Verknüpfung der Sanierung des Hardtbergbads mit dem Bürgerentscheid über das Kurfürstenbad zu versuchen, die Stadtbezirke gegeneinander auszuspielen“, kommentiert dagegen SPD-Sportsprecherin Mayer. Sie wirft der CDU vor, eine Neiddebatte unter den Stadtbezirken anzuzetteln und die Stadt zu spalten.