Politik und Schulen ärgern sich

Elterntaxis ignorieren Verkehrsregeln vor Schulen in Bonn

Schulleiterin Christa Hahn macht vor der Ludwig-Richter-Schule ein "Elterntaxi" auf das verbotswidrige Halten aufmerksam.

Schulleiterin Christa Hahn macht vor der Ludwig-Richter-Schule ein "Elterntaxi" auf das verbotswidrige Halten aufmerksam.

Duisdorf. Vor vielen Schulen zeigt sich jeden Morgen das gleiche Bild: Eltern fahren ihre Kinder bis an das Schultor. Sie halten dabei nicht nur oft die Verkehrsregeln nicht ein, sondern gefährden auch den eigenen Nachwuchs.

Vor vielen Schulen zeigt sich jeden Morgen das gleiche Bild: Eltern fahren ihre Kinder bis an das Schultor, da sie ihren Kindern das selbstständige zur Schule gehen nicht zumuten wollen. Die Verkehrsregeln werden dabei oft nicht eingehalten. Dabei gefährden die „Elterntaxis“ mit ihrem verbotswidrigen Halten und gefährlichen Wendemanövern nicht nur Mitschüler und andere Verkehrsteilnehmer, sondern auch den eigenen, vermeintlich so gut geschützten, Nachwuchs. Der müsste, selbst wenn der Bringdienst notwendig ist, selten mehr als hundert Meter laufen, um an sicherer Halteposition abgesetzt und damit auch ein Stück weit sicherer im Verkehr zu werden.

Er würde so etwas „im Normalfall“ auch nicht tun, aber er sei „spät dran“, sagt ein Vater, der beim Absetzen seines Sohnes auf sein verkehrswidriges Halten angesprochen wird, zur Entschuldigung. Ein Argument, das unabhängig von der Tatsache, dass noch genügend Zeit bis zum Schulbeginn zur Verfügung stand, nicht überzeugend ist.

„Ich bin mit meinem Latein am Ende“, sagte Dominik Loosen bei einem Ortstermin vor der Duisdorfer Ludwig-Richter-Schule. Wenige Meter vor ihm hielt im Haltverbot ein Kleinwagen unmittelbar vor dem Eingangsbereich der Gemeinschaftsgrundschule, um wenige Minuten vor dem morgendlichen Schulbeginn einen etwa achtjährigen Jungen dort abzusetzen. Kein Einzelfall. Seit langem beobachtet der SPD-Fraktionsvorsitzende der Hardtberger Bezirksvertretung die ständigen und gefährlichen Missachtungen von Haltverbotszonen vor Schulen. Auch die Einrichtung der 30er Zonen vor allen Schulen und Kindergärten im Stadtbezirk Hardtberg, die sich an Hauptverkehrsstraßen befinden führt in den seltensten Fällen zu dem gebotenen Erfolg.

Debatte um Tempo-30-Zonen

So wurde erst vor wenigen Wochen beschlossen, die Tempo-30-Beschilderung auf die Öffnungszeiten der Schulen zu begrenzen, was Loosen für wenig sinnvoll hält. Während sich die SPD-Fraktion für ein generelles 30er-Tempolimit im Stadtbereich stark macht, um damit neben allgemeinen Sicherheits- und Umweltaspekten auch Radfahrern einen größeren Schutz zu bieten, seien CDU und FDP entschieden dagegen, so der Bezirksvertreter. „Uns liegen noch keine Erfahrungen mit den 30er-Zonen vor. Meine persönliche Erfahrung ist allerdings die, dass sich kaum einer dran hält“, sagt auch Wolfgang Groß, Loosens Stellvertreter in der Bezirksfraktion.

Loosen sieht vor der Ludwig-Richter-Schule die große Gefahr vor allem bei den Rechtsabbiegern vom Schieffelingsweg in die Ludwig-Richter-Straße, die wegen der Enge der Straße bereits frühzeitig zur Hälfte den schmalen Gehweg befahren, der vor Schulbeginn von vielen Schülern genutzt wird. Er überlegt, nun Poller auf dem Bürgersteig zu beantragen, um den Schulweg zu sichern. „Letztlich können wir nur mit mehr Kontrollen und Verwarnungen durch die Polizei etwas bewegen, denn unsere Appelle auf Elternabenden und in schriftlichen Mitteilungen laufen ins Leere“, sagt er. Vonseiten der Stadt war zu erfahren, dass zumindest in den temporären 30er-Strecken mobile Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt werden. Insbesondere dort, wo vorher ganztägig noch 50 Kilometer als Höchstgeschwindigkeit erlaubt waren.