Kleingartenkolonie

Einbruchserie in Schrebergärten im Derletal

Duisdorf. Immer wieder ist die Schrebergartenkolonie im Derletal das Ziel von unbekannten Einbrechern, daran haben sich die Pächter der Gärten im Laufe der Jahre längst gewöhnt. Aber am vorigen Wochenende war es besonders schlimm.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurden mehr als ein halbes Dutzend Gärten der Anlage von den Tätern heimgesucht. „Wir haben sieben Anzeigen aufgenommen“, berichtete ein Polizeisprecher Anfang dieser Woche. Scheiben seien zerschlagen worden, eine Landmaschine und ein Handy wurden gestohlen, außerdem verschwanden Getränkeflaschen, und es wurden weitere Geräte zerstört. Die Polizei hat die Spuren gesichert und ermittelt. „Teilweise haben wir die Geschädigten aber noch gar nicht erreicht“, berichtete der Sprecher.

Der 1979 gegründete Kleingärtnerverein bittet nun gemeinsam mit der Polizeiwache Duisdorf um Mithilfe bei der Suche nach den Tätern. Dazu haben sie einen Zettel an ihren Schaukasten gehängt, auf dem sie um sachdienliche Hinweise zur Ergreifung der Täter bitten. Die Polizei kann zu den üblichen Bürozeiten unter 02 28/15 86 12 erreicht werden, darüber hinaus jederzeit unter 02 28/1 50, um Beobachtungen aufzunehmen. Unabhängig davon fährt die Polizei auch immer wieder Streife im Derletal.

Für die Vereinsvorsitzende Wera Tschekorsky sind es nicht die aus ihrem Garten verschwundenen Wasserflaschen, sondern der ausgeübte Vandalismus, der sie fassungslos macht. „Ärgerlich ist die kaputte Fensterbank, die nicht ohne Ausbau des kompletten Fensters rauszuholen ist“, beschrieb sie den Schaden in ihrem Garten. Weil es anderen Vereinsmitgliedern ebenso geht, überlegt man, einen Sammelauftrag für Glaser und Schreiner herauszugeben.

Nicht besonders gesichert

Die Schrebergartenkolonie ist nicht besonders gesichert. Die Zäune sind nur etwa 1,50 Meter hoch und können leicht überstiegen werden. Dieter Schaefer hat seinen Schrebergarten seit 1991 hier und seufzt: „Was will man gegen diesen Vandalismus machen?“ Er zeigt ein kaputtes Fenster, das Unbekannte bei einem der letzten Einbrüche hinterlassen haben. Reparieren lässt er es nicht. „Denn ein kaputtes Fenster zeigt doch diesen Leuten gleich, dass hier nichts zu holen ist.“

Erst seit kurzer Zeit hat Dominic Loosen einen Kleingarten übernommen und weiß seitdem um die Nöte der anderen Vereinsmitglieder „Es ist meist Vandalismus, was da stattfindet. Die Täter gucken nach Partys im Derletal oft, ob hier in den Hütten noch Alkohol zu holen ist.“ Sein Garten sei bei der jüngsten Einbruchsserie nicht betroffen gewesen. „Aber woanders wurde sogar ein Stück aus dem Zaun rausgeschnitten und dann Werkzeug geklaut.“

Die Einbrüche sind so alt wie die Anlage selbst. Das liegt auch daran, dass die Gärten abseits liegen, es keine Beleuchtung gibt und es nachts dementsprechend stockduster ist. Durch den Lärm des nahegelegenen Konrad-Adenauer-Damms sind Einbruchsgeräusche so gut wie nicht zu hören. Zwischenzeitlich haben sich Vereinsmitglieder immer mal wieder auf die Lauer gelegt, um jemanden auf frischer Tat zu stellen. Vergeblich, außerdem hatte die Polizei davon abgeraten. Im Laufe der Jahre haben immer wieder Vereinsmitglieder nach den Verwüstungen und Einbrüchen die Lust verloren und ihre Gärten aufgegeben.