Nach Bericht über Einbrecher

Einbrüche wecken in Ückesdorf Erinnerungen

Ein kleiner Ort, in dem jeder jeden kennt und die Nachbarschaft auf die Häuser der anderen aufpasst – das ist Ückesdorf (unten im Bild das Carl-von-Ossietzky-Gymnasium). Die vielen Einfamilienhäuser scheinen dennoch Einbrecher anzuziehen.

Ein kleiner Ort, in dem jeder jeden kennt und die Nachbarschaft auf die Häuser der anderen aufpasst – das ist Ückesdorf (unten im Bild das Carl-von-Ossietzky-Gymnasium). Die vielen Einfamilienhäuser scheinen dennoch Einbrecher anzuziehen.

Ückesdorf. Der Bericht über den als „Scheibenstapler“ gefassten Einbrecher, der jetzt von der Polizei gefasst wurde, hat bei einem Ückesdorfer Bürger Erinnerungen an einen ähnlichen Vorfall ausgelöst.

Es war im September, als er mit seinem Hund entlang der Max-Ernst-Straße in Ückesdorf spazierte: „Ich beobachtete dabei, wie ein dunkelhäutiger Mann das Haus Nummer 18 in der Max-Ernst-Straße/Ecke Am Alfterhof von allen Seiten fotografierte“, berichtet der Bürger. Er tat das, was man in einem solchen Fall tun sollte, zumal der fragliche Mann sofort das Weite suchte, als er den Hundebesitzer bemerkte. „Mein Bauchgefühl sagte mir, hier stimmt etwas nicht. Also verständigte ich sofort die Duisdorfer Polizeiwache und bat darum, unmittelbar ein Fahrzeug rauszuschicken, um den Mann zu überprüfen.“

Doch die Antwort des Polizeibeamten am Telefon sei gewesen: Es tue ihm leid, aber augenblicklich stehe kein Einsatzfahrzeug zur Verfügung. „Ich bin dann schnell nach Hause gelaufen und mit dem eigenen Fahrzeug suchend durch Ückesdorf gefahren, um die Person zu finden. Dies gelang mir auch, denn der Mann stand im Ortskern von Ückesdorf an der Bushaltestelle.“

Erneut habe er die Polizei über Handy informiert, die aber weiterhin ihr Bedauern zum Ausdruck gebracht habe, nicht kommen zu können, berichtet der Bürger weiter. Mitte Dezember 2017 sei dann das besagte Haus Nummer 18 von Einbrechern aufgesucht worden, wobei die Täter alle Räume durchsucht hätten.

Die Bonner Polizei kann zu dem Vorfall nur allgemein Stellung nehmen, zumal der Bürger den fraglichen Tag seiner Beobachtung nicht mehr genau wusste. „Insofern ist es zu diesem späten Zeitpunkt schwierig zu recherchieren, auf welche Weise im September die Einsatzmittel wie Streifenwagen und das Personal anderweitig gebunden waren“, sagte Polizeisprecher Simon Rott.

Hinzu kam, dass der Bürger das von ihm gemachte Foto des mutmaßlichen Spähers nach dem Vorfall wieder gelöscht habe. Trotz allem bittet Rott die Bürger weiter darum, verdächtige Beobachtungen der Polizei mitzuteilen – allerdings über den Notruf 110 und nicht per Anruf bei einer Wache. Ob es überhaupt einen Zusammenhang zwischen dem Mann, der fotografiert hatte, und dem Täter gibt, ist unklar. „Das kann sein, muss aber nicht“, sagte Rott. Die Sache sei im Nachhinein schwierig zu beurteilen.

Die vielen Einfamilienhäuser in Ückesdorf haben erst im Dezember Diebe angezogen. An einem Mittwochabend geschahen gleich vier Einbrüche im Ort, bei denen vor allem Schmuck und Bargeld erbeutet wurden. Die Täter haben sich nicht davon abschrecken lassen, dass in Ückesdorf jeder jeden kennt und die Nachbarschaft immer ein waches Auge auf die Häuser der anderen hat.