Hardtberger Frühling

Ein musikalisches Vergnügen mit Il Piacere

Spanische Melodien und Ausflüge in die Romantik: Orchester und Solisten, hier Erhard Schwartz, begeistern das Publikum.

Spanische Melodien und Ausflüge in die Romantik: Orchester und Solisten, hier Erhard Schwartz, begeistern das Publikum.

Duisdorf. Sanfte und gefühlovlle Melodien spielt das Orchester Il Piacere im Kulturzentrum. Die Dirigentin würzt das ganze mit Fabrtupfern.

Eine farbenfrohe Reise durch das Europa des 18., 19. und 20. Jahrhunderts hat das musikalische Programm der rumänischen Pianistin und Dirigentin Anca Bergner mit ihrem Orchester Il Piacere und Solisten im Kulturzentrum Hardtberg geboten. Der italienische Titel, Il Piacere (übersetzt Vergnügen), wurde seinem Namen am Samstagabend beim Hardtberger Frühling mehr als gerecht.

Die zierliche Dirigentin mit dunkelroten Haaren zu schwarzer, langer Kleidung lebte die Musik mit dem Taktstock mit. Hier und da setzte sie beim Dirigat Requisiten als Farbtupfer ein: etwa einen roten Fächer beim „Spanischen Marsch“ von Johann Strauss. Ein Trompeter trug zu seinem Spiel dabei als kleine Showeinlage einen spanischen Matadorhut, um ihn nach der letzten Note temperamentvoll ins Publikum zu werfen.

Sanft und gefühlvoll wurde es bei der Romance für Violine und Orchester von Antonin Dvorák. Die erste Geige spielte Eric Labadie. Das Publikum schmolz bei der narrativen Romantik des Violinenspiels nur so dahin.

Auch Kompositionen von Aram Chatschaturjan, Joseph Haydn oder Camille Saint-Saëns gehörten zum ersten Teil des Konzertes, der von den fast 40 Musikern des Orchesters bestimmt wurde. In der Pause erzählten sie vom Entstehen der Stücke, die jede Woche während einer Probe erarbeitet werden.

Vom Schüler bist zum Rentner kann jeder neben den Profimusikern bei Il Piagere mitspielen. Für viele ist es also Freizeit. Eric Labadie etwa ist Ingenieur oder Leila El Hadsh, die Cello spielt, ist Förderschullehrerin.

„Das Orchester schult ungemein. Die Profis helfen dabei uns Anfängern“, sagte sie. „Ich habe mit 15 Jahren Cello gelernt und dann lange ausgesetzt und bin trotzdem wieder in die Musik hineingewachsen. Zu Anfang ist es manchmal schwierig. Anca Bergner gibt uns die Noten, und wir müssen uns dann erst mal durchwurschteln.

Bei den Konzerten weiß man aber, wofür man es tut“, sagte sie und lachte. „Wir suchen zurzeit übrigens Trompeter. Bewerber müssen nicht vorspielen“, fügte Bergner hinzu.

Nach der Pause füllten kammermusikalische Klänge den warm erleuchteten Saal mit dem riesigen Kronleuchter. „Reverie“ von Giovanni Bottesini, gespielt von Thomas Bergner (Kontrabass) und Anca Bergner (Klavier), waren zu hören sowie die wunderbare Musik Frédéric Chopins, virtuos gespielt von Gudrun Wild.

Den krönenden, sehr hörenswerten Abschluss bot ein sehr gut eingespieltes Team: Der aus Luxemburg stammende 15-jährige Cyprien Keiser mit seinem Cello mit dem Pianisten und Leiter der Musikschule Hardtberg, Markus Krebel. „Tarantella“ von David Popper spielten sie und als Zugabe wunderschön „Der Schwan“ aus Karneval der Tiere von Camille Saint-Saëns.