Kommentar zum warmen Geldregen

Ein cleverer Schachzug

Das Duisdorfer Rathaus.

Das Duisdorfer Rathaus.

Hardtberg. Es sieht viel danach aus, dass Duisdorf einen Restbetrag aus dem seit den 80er Jahren gefüllten Entwicklungsfördertopf zurückerhält. Im Raum stehen dabei 650.000 Euro. Geld, das der Stadtbezirk gut brauchen könnte.

In mageren Zeiten, in denen es nichts zu verschenken gibt, die Stadt hoch verschuldet ist und die Bezirke keinen finanziellen Spielraum mehr haben, gilt es erfinderisch zu sein. Das war der CDU-Politiker Bert Moll, indem er zuerst die Idee hatte, das überzählige Geld aus der Entwicklungsmaßnahme Hardtberg auch dem Stadtbezirk und den Bürgern, die diesen Topf mit Beiträgen gefüllt haben, zugutekommen zu lassen. Und zweitens die politischen Weichen so zu stellen, dass eine Mehrheit für diesen Vorschlag auch gegen den Widerstand der Stadt zustande kam. Chapeau.

Man kann sich gut vorstellen, dass die Opposition gerne selbst diese Idee gehabt hätte. Bei den Haushaltsberatungen, in denen es oft um Kleckerbeträge von wenigen Hundert Euro geht, nun plötzlich eine Summe in Aussicht zu haben, die dem Zwölffachen des kompletten Bezirksetats entspricht, ist schon ein Husarenstück.

So stellt man sich Politik im Idealfall vor, zum Wohle der Bürger. In diesem Fall zugunsten derjenigen, die auch in dem Bezirk wohnen, für dessen Entwicklung sie in die Tasche greifen mussten. Ob sie wollten oder nicht, hatte damals keiner gefragt.