Rheinische Akademie für Psychomotorik

Ein Plädoyer für kindliche Bewegungsfreude

Klettern und toben, das gehört zum Aufwachsen von Kindern.

DUISDORF. "Wilde Kerle, freche Gören - Psychomotorischer Umgang mit Aggression" heißt die erste von 56 Tagesveranstaltungen, mit der die Rheinische Akademie für Psychomotorik Anfang Januar ihr Jahresprogramm 2014 startet. Die Fortbildungen wenden sich an Pädagogen, Therapeuten und interessierte Eltern.

"Wie weit ist ein Kind entwickelt", "Bauen ist lustvolles Lernen", "Bewegung und Spiel für die Kleinsten" oder "Mathematik in Bewegung" sind weitere Veranstaltungen im Programm. Darüber hinaus gibt es Zertifizierungskurse "Psychomotorik für Kinder unter drei Jahren" und Kurse, in denen Fachleute in 200 Stunden berufsbegleitend die "Zusatzqualifikation Psychomotorik" erwerben.

Die Veranstaltungen finden in verschiedenen Bonner Stadtteilen statt, zum Beispiel im Förderzentrum E. J. Kiphard in Duisdorf (Turnhalle der Margot-Barnard-Realschule) oder in der psychomotorischen Förder- und Beratungsstelle in Plittersdorf. Sie eröffnen neben Grundlagen zur kindlichen Entwicklung viele praktische Anregungen zur Spiel- und Bewegungsförderung im Alltag.

Kinder wachsen heute vielfach mit stark eingeschränkten Bewegungserfahrungen und einem hohen Medienkonsum auf. Für ihre gesunde Entwicklung brauchen Mädchen und Jungen aber täglich Bewegung. "Wir wollen dazu beitragen, dass interessierte Pädagogen und Eltern um die große Bedeutung der Bewegungs-, Spiel- und Wahrnehmungsentwicklung von Kindern wissen und vielfältige, praktische Umsetzungsideen mitnehmen", sagt Akademieleiter Hans Jürgen Beins im Gespräch mit dem General-Anzeiger.

Angekündigt wird im Programm auch die bundesweite Fachtagung unter dem Thema "Wie Kinder heute wachsen - Fühlen, Denken und Lernen in der Psychomotorik", zu der am Samstag, 10. Mai, wieder mehr als 500 Teilnehmer aus ganz Deutschland erwartet werden. Der Bonner Förderverein Psychomotorik und die Rheinische Akademie setzen die Idee seit 1985 in die Praxis um. Im Gedenken an den 2010 gestorbenen Professor "Jonny" Kiphard wurde im Dezember das Schweizer Filmteam Brigitte Wachter und Rene Senn für ihren Dokumentarfilm "Herr Professor Clown" mit E. J. Kiphard-Medaille geehrt.

Kiphard hat die Praxis und Lehre der Psychomotorik in Deutschland wesentlich geprägt. Als Clown, Sportprofessor und Fachbuchautor war er national und international erfolgreich tätig und häufig bei den Veranstaltungen der Rheinischen Akademie zu Gast. Psychomotorik berücksichtigt den engen Zusammenhang körperlicher und seelischer Entwicklung. Vielfältige Bewegung und freudvolle Sinnesschulung werden Kindern erlebnisreich vermittelt.

Weitere Infos gibt es auf www.psychomotorik-bonn.de