Wertholzversteigerung im Kottenforst

Eichenstamm wird für 5837 Euro im Kottenforst versteigert

Nebeneinander aufgereiht lagern die vielen wertvollen Stämme, die jetzt von den Käufern abgeholt werden.

Nebeneinander aufgereiht lagern die vielen wertvollen Stämme, die jetzt von den Käufern abgeholt werden.

Hardtberg. Beim jüngsten Verkauf der wertvollsten Baumstämme aus dem Rheinland hat eine Eiche aus dem Kottenforst den höchsten Preis erzielt. Bei einem Gesamtvolumen von 5,36 Festmetern brachte es der Stamm auf einen Wert von 5837 Euro.

Die „Braut“, wie die Forstleute den wertvollsten Stamm nennen, hat einen Durchmesser von 88 Zentimetern. Für sie wurden 1089 Euro pro Kubikmeter geboten. Die Versteigerung fand als Submission gegen schriftliches Höchstgebot statt. Insgesamt wurde Holz im Wert von 552.000 Euro verkauft, das Eichenholz erzielte einen Durchschnittspreis von 546 Euro je Kubikmeter.

Zufrieden zeigte sich Forstamtsleiter Uwe Schölmerich nach Öffnen der verschlossenen Umschläge der Käufer. „Das Ergebnis zeigt, dass sich eine kontinuierliche Pflege der Wälder lohnt“, erklärte er. „Das Ziel der Forstbetriebe und Waldbesitzer muss es sein, den Anteil der Werthölzer an der Gesamtproduktion deutlich zu erhöhen.“ Auch im Wald gelte der Grundsatz: Qualität zahlt sich aus.

Insgesamt haben bei der Submission 72 private, staatliche und kommunale Forstbetriebe 1235 Kubikmeter Wertholz angeboten. Der Schwerpunkt der Holzarten lag mit 61 Prozent beziehungsweise 746 Kubikmetern eindeutig beim Eichenholz. Seit fünf Jahren gebe es sehr gute Marktbedingungen für Eichenholz, so die Experten.

"Friederike" hinterließ große Schäden

In der Möbelbranche liege die Baumart Eiche schon seit Jahren im Trend. Angeboten wurden außerdem 89 Kubikmeter Nadelholz und 211 Kubikmeter „Buntstammholz“, darunter vor allem Esche, Kirsche und Ahorn, aber auch Raritäten wie Walnuss- und Schwarznussholz sowie Ulme und Wildbirne.

Die Bäume waren im Zuge der winterlichen Waldpflege gefällt und zum zentralen Wertholzlagerplatz nach Bonn transportiert worden. Für diese wertvollen Einzelhölzer besteht ein bundesweiter Spezialmarkt, sodass nur durch die Bündelung von Holzmengen interessante Angebote für Sägewerke und Furniererzeuger geschaffen werden können. Seit Anfang Januar konnten die Kaufinteressenten die wertvollen Stämme auf dem Wertholzlagerplatz begutachten und ihre Gebote schriftlich in verschlossenem Umschlag beim Forstamt einreichen.

Die Einnahmen aus dem Wertholzverkauf werden von den Forstbetrieben dringend gebraucht. Der Sturm „Friederike“ hat große Schäden im Wald hinterlassen. Entstandene Freiflächen sind mit jungen Bäumen zu bepflanzen und durch dauerhafte Pflege zu stabilen Mischwäldern zu entwickeln. Außerdem dient die Verwendung des nachwachsenden Rohstoffes Holz – jeder Bundesbürger „verbraucht“ davon pro Jahr rund eineinhalb Kubikmeter – dem Klimaschutz. Denn in langlebigen Holzprodukten wie Möbeln oder Fußböden aus Eichenholz werde das Treibhausgas CO2 gespeichert.