Kanalbaumaßnahme

Durchfahrtsverbot an Großbaustelle in Dransdorf wird ignoriert

Dransdorf/Meßdorf. Für die Kanalbaumaßnahme an der Meßdorfer Straße ist das Schachtbauwerk passgenau eingesetzt worden. Zeitweise war die Straße dafür gesperrt, einige Radfahrer, Fußgänger und Autofahrer haben das Durchfahrtsverbot jedoch ignoriert.

Die sieben Meter tiefe Baugrube in der Meßdorfer Straße ist ausgefüllt. Am Dienstagmorgen wurde für die laufende Kanalbaumaßnahme ein 25,5 Tonnen schweres Schachtbauwerk angeliefert und mit einem Schwerlastkran passgenau eingesetzt.

Doch bis es so weit war, dass das Eckige ins Rund passte, dauerte es eine ganze Weile. Zunächst ließ sich ein Schieber nicht ganz schließen, so dass Abwasserreste in die Baugrube liefen. Dann klemmten die verlegten Kanalrohre, sodass Hammerschläge helfen mussten. Und schließlich sollte das 25,5 Tonnen schwere Fertigteil mit einem Schwertransporter eigentlich über die untere Zufahrt der Meßdorfer Straße angeliefert werden. Tatsächlich war die Genehmigung auf die obere Zufahrt ausgestellt worden, sodass der Fahrer am Burgweg eintraf und von dort aus rückwärts zur Baustelle zurücksetzen musste.

Die Bauleute der Spezialfirma Sommer ließen sich von diesen kleineren Hindernissen und dem Zeitverzug nicht verunsichern, sondern passten schließlich alles perfekt ein, sodass sich gegen 10 Uhr das Schachtbauwerk in die Grube senkte.

Ziel ist besserer Hochwasserschutz

Ziel des ganzen Kanalbaus ist es, den Hochwasserschutz am Dransdorfer Bach zu verbessern und bei Starkregen kein Wasser mehr in den Bach abzuleiten, sondern in den ausreichend großen Randkanal am Meßdorfer Feld, der drei Meter Durchmesser hat. Doch dazu müssen 480 Meter Kanal neu gebaut werden. In dem Schachtbauwerk in Höhe der letzten Häuser an der Meßdorfer Straße werden dann die unterschiedlichen Kanalrohre wieder zusammengeführt. Die Arbeiten sind damit aber noch nicht beendet, die seit dem 16. Juli bestehende Vollsperrung der Straße wird noch bis Ende der Sommerferien aufrecht erhalten. „Die Baumaßnahme läuft perfekt“, sagte Tiefbauamtsleiter Peter Esch, und Bauleiter Wolfgang Frömbgen hat keine Bedenken, dass der Kostenrahmen von 3,3 Millionen Euro überschritten werden könnte.

Allerdings passierten am Dienstag einige Radfahrer und Fußgänger schimpfend die Baustelle, weil der Durchgang während der Anlieferung des Schachtbauwerks auch für sie vorübergehend gesperrt war. Für Autofahrer ist die Durchfahrt ohnehin nicht möglich, das hat sich inzwischen herumgesprochen. „Aber jeden Abend fahren hier Autos bis zur Baustelle vor und stellen dann fest, dass sie nicht weiter kommen“, berichtet Anwohnerin Ingeborg John. „Erst seitdem jemand unten an der Meßdorfer Straße das Privatschild aufgehängt hat, ist es besser.“ Auf dem Schild hat jemand handschriftlich notiert: „Es ist wirklich gesperrt!“