Haftbefehl gegen Marc S. aus Duisdorf

Doppelmord aus Habgier

Marc S. soll seinen elfjährigen Sohn und dessen Mutter getötet haben.

Marc S. soll seinen elfjährigen Sohn und dessen Mutter getötet haben.

Bonn. Marc S. soll seine Lebensgefährtin und den elfjährigen Sohn aus Habgier ermordet haben. Aus diesem Grund erließ ein Richter am Dienstagnachmittag Haftbefehl wegen zweifachen Mordes gegen den 46-Jährigen, der nun in Köln in Untersuchungshaft sitzt.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 46-Jährige 15.000 Euro aus der Wohnung seiner Lebensgefährtin in Duisdorf gestohlen hat. Grund dafür soll laut Oberstaatsanwalt Robin Faßbender die bereits seit Längerem bekannte Spielsucht des Beschuldigten sein. Der Vorwurf lautet auf Mord aus Habgier mit Verdeckungs- oder Ermöglichungsabsicht: Entweder, so führte Faßbender aus, soll Marc S. die beiden ermordet haben, um an das Geld zu gelangen oder um die Tat zu vertuschen.

Zu Informationen des General-Anzeigers, wonach der Verdächtige seine beiden Opfer erdrosselt haben soll, wollte Faßbender mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nichts sagen. „Ich werde das weder bestätigen noch dementieren, geschweige denn kommentieren“, betonte der Oberstaatsanwalt.

Bei seiner Vernehmung hatte Marc S. laut Faßbender am Dienstag ausgesagt, er habe das Geld am Freitag gestohlen und danach die Wohnung der Opfer nicht mehr betreten. Somit bestreite er den Mord.

Marc S. bestreitet bei 
Vernehmung den Mord

Der 46-Jährige wurde in der Nacht zu Dienstag in Duisburg festgenommen. Dort war er von einem Passanten um 2.20 Uhr auf der Vulkanstraße, mitten im Rotlichtviertel, erkannt worden. Marc S. ließ sich widerstandslos festnehmen, er wurde nach Bonn gebracht und dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Der 46-Jährige ist für die Ermittler kein Unbekannter. So bestätigte Faßbender GA-Informationen, nach denen Marc S. bereits vorbestraft sei. Aufgrund eines Eigentumsdelikt in einer Bäckerei sei der 46-Jährige bereits zu einer Geld- sowie Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Bereits vorher schon
einmal verurteilt

Wie berichtet, hatte die Polizei am Sonntag die Leichen der 48-Jährigen und ihres elfjährigen Sohnes in der Wohnung an der Küstriner Straße gefunden. Schnell geriet Marc S. ins Visier der Ermittler. In der Nacht zu Montag stürmte ein Spezialeinsatzkommando seine Wohnung, dort trafen ihn die Beamten jedoch nicht an. Es wurde bundesweit nach ihm gefahndet, bis er schließlich in Duisburg festgenommen werden konnte. Marc S. lebte in der Nähe seiner Lebensgefährtin und des gemeinsamen Sohnes.

Er soll sich auch um den Elfjährigen, der eine schwere Erkrankung hatte, gekümmert haben. Ob er und die 48-Jährige zum Zeitpunkt des Mordes in einer Beziehung waren, steht nicht fest. Nach GA-Informationen sollen sie eine On-Off-Beziehung geführt haben. Soll heißen, dass sie sich immer wieder getrennt und versöhnt haben.

Schockiert seien er und seine Mitarbeiter gewesen, als sie von den Vorwürfen erfahren haben, sagte Bodo Penkert, der mehrere Bäckereien in Bonn und der Region besitzt. Für ihn war Marc S. im vergangenen halben Jahr als Fahrer tätig.

Der 46-Jährige sei zurückhaltend, zuverlässig und nett gewesen – aber auch schusselig. „Man hat schon gemerkt, dass er psychisch belastet war“, sagte Penkert.