Graffiti-Kunstwerk an der Kreuzbergstraße

Der "Weg der Medien" ist fertig

Endlich fertig: Die weiße Fläche in den Film-Negativen wurde noch mit einem Motiv versehen. Und in der hier noch weißen Linse des Fotoapparats verewigten sich die Künstler selbst.

LENGSDORF. Künstler stellen ihr riesige Graffiti-Bild rechtzeitig vor der Lengsdorfer Kirmes fertig. Es ist ein Hingucker, keine Frage: 24 x 6 Meter groß ist das Graffiti-Kunstwerk, das an der Kreuzbergstraße/Ecke Im Mühlenbach an einer privaten Hauswand nicht zu übersehen ist. Und jetzt ist es fertig. Die vier Künstler Eugen Schramm, Thomas Klukas, Daniel Gast und Wolfgang Ernst legten letzte Hand an und sprühten die letzten Motive auf.

"Wir wollten vor der Lengsdorfer Kirmes damit fertig sein, damit die Leute dann das Werk bestaunen können", sagte Schramm. Der Zeitplan wurde exakt eingehalten. Und damit ist die Arbeit getan. 20 Tage lang hatten die Künstler gebraucht, bis ihr Werk vollendet war.

Es trägt den Titel "Weg der Medien" und beschreibt den Fortschritt vom Beginn der Buchdruckkunst bis zur Nutzung moderner digitaler Geräte in der Zukunft. Die letzten Motive, die sie gestern sprühten, waren die des Lengsdorfer Bachs in früheren Zeiten.

Allerdings haben die Künstler sich auch selbst verewigt. In der Linse eines Fotoapparates haben sie sich verewigt, wobei die Figuren mit einer Schablone vorgezeichnet wurden, bevor die Künstler mit ihren Spraydosen zur Tat schritten. "Dass wir auch darauf zu sehen sind, ist das i-Tüpfelchen", so Schramm.

Wie berichtet, betreiben die Künstler die Sache ehrenamtlich, wollen aber auch Werbung für sich selbst machen. "Wäre das eine Auftragsarbeit, würde das Bild rund 20.000 Euro kosten", sagt Ernst.

Das Spray-Projekt geht mit ausdrücklicher Zustimmung der Hauseigentümerin über die Bühne. Einerseits, weil sie diese Art Kunst mag, aber auch um den Grundschulkindern, die jeden Tag auf dem Schulweg an der Hauswand vorbei kommen, etwas Besonderes zu bieten. "Deshalb war unsere Vorgabe auch, ein friedliches Bild aufzusprayen", sagt Projektleiter Ernst. Dokumentiert wurde das Wachsen des Bildes von zwei Fotografen, Chris Zeilfelder und Till Rachold.

Die Künstler, die schon 2005 dieselbe Wand gestaltet hatten, sind dann zuerst mal aus dem Schneider. Sie rechnen damit, dass der Sprühlack die nächsten 15 bis 20 Jahre übersteht. Das Quartett hatte aus Zeitgründen immer nur an den Wochenenden gearbeitet. Und bisher gab es schon viel Zustimmung aus dem Ort. Während der Gestaltung kamen immer wieder Bürger und gratulierten zu dem gelungenen Konzept und der künstlerischen Ausführung.