Jubiläum im Hardtberg-Gymnasium

Der Unterricht begann in Baracken

„„Staatliches Gymnasium Duisdorf II“: 52 Schüler wurden ab 1966 zunächst in der Außenstelle des Helmholtz-Gymnasiums unterrichtet.

„„Staatliches Gymnasium Duisdorf II“: 52 Schüler wurden ab 1966 zunächst in der Außenstelle des Helmholtz-Gymnasiums unterrichtet.

BRÜSER BERG. In 50 Jahren hat sich das Hardtberg-Gymnasium zur festen Größe etabliert. Die Schule will fachliche Bildung und soziale Kompetenzen fördern.

Das Hardtberg-Gymnasium feiert am Freitag, 1. Juli, ab 15 Uhr 50. Geburtstag – und Rektorin Inge Stauder wird den Festakt mit dem von Dichterfürst Goethe stammenden Schulmotto beginnen: „Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.“

Dieser Leitgedanke habe das pädagogische Handeln bis heute geprägt, erläutert Stauder. „Wir fördern fachliche Bildung und soziale Kompetenzen. Wir fördern und fordern jeden Schüler. Wir stärken die mathematisch-naturwissenschaftliche Grundbildung und entwickeln die Fähigkeit zur fremdsprachlichen Kommunikation“, so Stauder.

Man stärke das „Wir-Gefühl“ und die kulturelle Bildung, öffne sich für außerschulische Partner und setze in allem auf Teamarbeit: aktuell bei der Stärkung des deutsch-französischen Zweigs mit dem neuen „AbiBac“, der Erweiterung des Angebots als MINT-EC-Schule mit dem Projektkurs Technik und mit dem Ausbau des sinfonischen Blasorchesters.

Ob das die ersten 52 Schüler ahnen konnten, die am 15. April 1966 ins „Staatliche Gymnasium Duisdorf II“ strömten? Denn eigentlich war die Schule zuerst nur als Außenstelle für das zuvor eröffnete Helmholtz-Gymnasium gedacht. Schulleiter Karl Roeloffs richtete je eine fünfte und sechste Klasse in dessen Räumen ein.

Die Schülerzahl wuchs jedoch so schnell an, dass schon bald 239 Kinder in fünf und bald noch mehr Feldhäuser der Bundeswehr an die Von-Witzleben-Straße wechselten. Jetzt war man selbstständig und besaß neben dem mathematisch-naturwissenschaftlichen auch einen bilingual französischen Zweig, der die Schule bis heute auszeichnet.

Das eigene Schulgebäude

Und dann war es 1970 endlich so weit: 473 Schüler und 35 Lehrer konnten in den ersten Teil des eigenen Schulgebäudes einziehen, bald auch unter Schulleiter Heinz Knauf in zwei weitere Bauabschnitte. Die Trägerschaft übernahm die Stadt, und man hieß endgültig „Hardtberg-Gymnasium Bonn, städtisches Gymnasium mit zweisprachigem Deutsch-Französisch-Zug für Jungen und Mädchen“. Im Schuljahr 1980/1981 besuchten sogar 1049 Jugendliche das Gymnasium.

Diese Bestmarke gilt bis heute, da man rund 950 Schüler und mehr als 70 Lehrkräfte zählt. Sicher wird die Festschulgemeinde auch an andere einschneidende Erlebnisse erinnern: Als in den 1980er Jahren der Schüleraustausch mit England (Hull) und Frankreich (Villemomble, Colomiers) aufgebaut wurde. Oder als sich Schüler, Eltern und Lehrer 1996 erfolgreich wehrten, in eine Gesamtschule umgewandelt zu werden.

Als unerfreuliche Erinnerung dürfte die Phase gelten, in der aufgrund einer PCB-Belastung entstandene Probleme gemeistert werden mussten: Während der Sanierungsarbeiten ging es in Container und die Sporthalle.

Und was sagt die aktuelle Qualitätsanalyse über das 50-jährige Hardtberg-Gymnasium? Es zeichne sich durch ein beispielhaftes Lern- und Arbeitsklima, ein vielfältiges Bildungsangebot zur Entfaltung individueller Begabungen und großes Engagement aller Beteiligten aus, antwortet Stauder, die seit 1993 Rektorin ist, nicht ohne Stolz.