„Anwalt der Jugendlichen“

David Yuvza Clement ist der neue Jugendpfleger auf dem Hardtberg

Sein Hardtberg: David Yuzva Clement neben dem Stadtplan von Bonn.

Sein Hardtberg: David Yuzva Clement neben dem Stadtplan von Bonn.

Hardtberg. Der neue Jugendpfleger für den Hardtberg, David Yuzva Clement, erklärt seine Ansätze. Neben vielen Aufgaben in der Verwaltung und Koordination sucht er auch den direkten Kontakt zu den Jugendlichen.

Wenn es um das Freizeitverhalten junger Leute geht, treffen mitunter zwei Welten aufeinander: Die der Jugendlichen, die sich auch abends irgendwo treffen wollen, und die der Anwohner, die irgendwann ihre Ruhe haben möchten. So war es zum Beispiel beim Spielplatz Wesselheideweg, ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche, umgeben von Wohnhäusern. Der Umgang mit Situationen wie dieser gehören zu den Aufgaben des neuen Jugendpflegers für den Hardtberg, David Yuzva Clement.

Der stammt aus Neuss, studierte Soziale Arbeit in Köln und Erfurt und hat unter anderem in Kenia sowie Israel und den palästinensischen Gebieten mit Jugendlichen gearbeitet. Zuletzt sammelte er in Tannenbusch und dem Bonner Norden Erfahrungen. Jetzt ist er für den Bonner Westen von Röttgen über Ippendorf und Duisdorf bis Lessenich zuständig.

„Meine Aufgabe als Jugendpfleger beinhaltet sowohl in der Verwaltung, also im Jugendamt und an Schnittstellen zu weiteren Ämtern und Stellen, als auch vor Ort, also in dem Jugendpflegebezirk Hardtberg, zu agieren“, erklärt der 31-Jährige. Er hat drei Aufgabenbereiche. Zum einen wäre da die Fachberatung von Jugendzentren. In seinem Bezirk gibt es neun solcher Einrichtungen, deren Leiter er in einem Arbeitskreis miteinander vernetzt. Das sei sehr spannend, so Yuzva Clement, „weil ich natürlich dann die Einblicke in die pädagogische Praxis erhalte und diese in die Verwaltung übertrage“. Vorrangig bringt er aber etwas ein: „Meine Aufgabe umfasst, die Pädagoginnen und Pädagogen zu begleiten und in ihrer Rolle als Jugendarbeiter zu stärken.“

Zum anderen moderiert er Stadtteilarbeitskreise, denen Jugendzentren, Offene Türen, aber auch Schulen, Kitas und andere Einrichtungen angehören. Dort werden immer wieder aktuelle Themen aus den Stadtteilen aufgegriffen. „Die in diesen Gremien erhobenen Bedarfe und Lösungsansätze werden in die politischen Gremien, zum Beispiel in die Bezirksvertretung Hardtberg oder den Jugendhilfeausschuss, eingebracht und dort beraten.“ Und drittens obliegt ihm die Durchführung und Unterstützung bei Kinder- und Jugendbeteiligungen.Zwischenüberschrift

Jungendliche fühlen sich an den Rand gedrängt

Ein großes Thema ist für ihn, wo und wie sich Jugendliche und junge Erwachsene im öffentlichen Raum aufhalten. Dazu gibt es auch einen aktuellen Beschluss der Hardtberger Bezirksvertretung. „Wir erleben in der Gesellschaft, dass der öffentliche Raum sehr durchfunktionalisiert ist.“ Dennoch hätten junge Leute ein Recht, sich darin aufzuhalten und zu verabreden. Das Problem: „Jugendliche fühlen sich oft an den Rand gedrängt, werden auch durch ihr oft lautes Auftreten oft als Störenfriede wahrgenommen.“

Man sei durchaus als „Anwalt der Jugendlichen“ unterwegs, sagt Stadtjugendpfleger Peter Bröxkes. Die Zusammenarbeit mit den Jugendlichen verlangt ihm zufolge viel Fingerspitzengefühl. „Erstmal sind wir auch Fremde für die Jugendlichen. Wenn diese merken, sie sollen in eine Richtung gedrängt werden, dann ist das ja keine echte Beteiligung mehr. Und das ist eben die große Herausforderung für die Kolleginnen und Kollegen, da thematisch offen ranzugehen.“ Man müsse einen offenen Zugang pflegen. Gleichzeitig müsse den Jugendlichen aber auch klar sein: Auch sie haben die Nachtruhe einzuhalten.

Ein Beispiel ist Medinghoven. „Zusammen mit Jugendlichen aus dem Jugendzentrum Medinghoven und den Streetworkerinnen führe ich zur Zeit eine Bedarfserhebung durch“, so Juzva Clement. Und der Bedarf sei vorhanden.

„In Medinghoven sprechen sie von einer „Mauer“, von ihrer „Mauer“, und diese „Mauer“ ist für die Jugendlichen ein Ort, an dem sie sich auch schon seit Jahren treffen, um dort Freizeit zu erleben. Meine Aufgabe ist nun, mit den Jugendlichen über ihren Ort, ihre „Mauer“ zu sprechen um herauszufinden, wie sie dort unterstützt werden können, um im Sinne ihrer Selbst und im Sinne des Gemeinwohls Freizeit zu verbringen.“

Lob bekommt Yuzva Clement bereits von der SPD-Stadtverordneten Gabi Mayer, die selbst in Medinghoven wohnt und erfreut ist, dass er bereits Gespräche mit Jugendlichen geführt hat, dass die Mitarbeiter des Jugendzentrums und die Streetworkerin einbezogen wurden und schon einige Ideen für die Realisierung des Antrags vorhanden sind. „Ich bin froh, dass der neue Jugendpfleger so engagiert für den Stadtteil unterwegs ist und schon begonnen hat, Lösungen zu entwickeln“, erklärte Mayer. „Bolzplatz, Ladenzeile und „die Mauer“ spielen dabei eine wesentliche Rolle.“