Derletalfest in Duisdorf

Circusschule Don Mehloni unterhält die Gäste

Duisdorf. Beim Derletalfest in Duisdorf kamen am Samstag insbesondere Familien ganz auf ihre Kosten: Bei strahlendem Sonnenschein konnte sich die Kinder etwa in der Circusschule Don Mehloni bei Mitmach-Vorstellungen ausprobieren.

Wenn man einen Mitmach-Zirkus aufbieten kann, braucht man gar nicht viel mehr, um Kinder dauerhaft glücklich zu machen. Das zeigte sich einmal mehr beim Derletalfest am Samstag. Die Circusschule Don Mehloni hatte mal wieder ihr Zelt aufgebaut, gab Vorstellungen und ließ ansonsten die Kinder einfach machen. Zu den besten Zeiten hielten sich dort mehr als 200 Kinder und Eltern auf.

Überhaupt war das Derletal gut besucht, auch weil das Wetter endlich mal mitspielte. In ganz entspannter Atmosphäre bewegten sich vor allem Familien durch das schöne Gelände. Auch Bastian von Jazzebowski war mit Frau und den beiden Töchtern gekommen. "Das ist ein Fest, bei dem man seine Kinder herumlaufen lassen kann, ohne dass man sich Gedanken machen muss", lobte er. Der Nachwuchs konnte abseits des Zirkuszeltes beim Jugendzentrum Sankt Martin unter anderem Autoreifen-Weitwurf machen oder sich beim Jugendzentrum Brüser Berg alkoholfreie Cocktails selbst mixen – der beliebteste war der Ipanema mit Limette, Maracujasaft und Ginger Ale.

Der Stand in Kooperation mit dem Bonner Event Sprinter wurde von Jugendlichen betreut, die die Einrichtung regelmäßig besuchen. Ansonsten gab es viel zu sehen und zu entdecken, etwa bei den Vorführungen des Technischen Hilfswerks (THW), in dessen Einsatzfahrzeuge die Kleinen auch mal einsteigen durften.

Auf der Hauptbühne auf der unteren Talwiese gab es Rock-im-Tal-Livemusik, in den Pausen auch Vorführungen des Duisdorfer Turn- und Kraftsportvereins (TKSV) und der Brückenberger Trachtengruppe auf der Aktionsfläche daneben. Weitere Auftritte von Schulen und Vereinen von Musik über Tanz bis Comedy konnte man auf der Bühne erleben, die auf der Wiese bei den Teichen aufgebaut worden war. Viele Vereine boten Essen oder Getränke an, um ihre Kassen aufzubessern. Einige waren aber auch einfach dort, um sich vorzustellen.

Der Kleingartenverein im Derletal zum Beispiel, der in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen feiert. Schrebergärten hätten eine wichtige Funktion, sagte die Vorsitzende Wera Tschekorsky Orloff: "Wir pflegen Stadtgrün. Was hilft uns Bauland, wenn wir kaputtgehen?" Man brauche dazwischen grüne Oasen. Der Verein verschenkte Gartenkräuter und informierte auf Nachfrage auch über Gartenthemen.

Gleich daneben hatten die Duisdorfer Beratungsstelle Adelante und die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger ihre Stände. Erstere hilft Menschen mit traumatischen Erfahrungen – da denkt man dieser Tage gleich an Flüchtlinge. Mit denen habe man aber wegen des Sprachaspekts kaum zu tun, sagte Sylvia Dachsel: "Wenn Flüchtlinge schlecht Deutsch sprechen, kann man sie auch nur schlecht beraten."

Beratung gab es am Samstag natürlich nicht, aber es kamen einige Leute vorbei, um sich Infobroschüren abzuholen. Auch die Seenotretter wurden gut angelaufen, einige Besucher spendeten für deren Arbeit. Denn die 1865 gegründete Gesellschaft, erkläre Martin Winkler, ist auf Spenden angewiesen. Sie betreibt 59 Rettungsboote, die pro Jahr rund 2000 Einsätze auf Nord- und Ostsee fahren.

Man kann von einem gelungenen Stadtbezirksfest sprechen, das zusammengestauchte Konzept des letzten Jahres funktionierte auch dieses Mal wieder. "Es ist schön, dass in Duisdorf die Gemeinschaft das anbietet", fand das Ehepaar Dragonetti, das mit dem dreijährigen Sohn zum ersten Mal auf dem Fest war. "Es ist toll, dass es kostenlos ist", sagte Stefanie. "Das ist ein tolles Familienfest."

Eröffnet wurde das Derletalfest von Hardtbergs Bezirksbürgermeisterin Petra Thorand, die unter anderem das designierte Bonner Prinzenpaar dort begrüßte und den Beteiligten dankte. Der Ortsfestausschussvorsitzende Bernd Schmidt hob besonders das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hervor: Die Ortsgruppe hatte eigentlich nur einen Infostand, aber als die Johanniter, die eigentlich als Ersthelfer das Fest betreuen sollten, aus ihm unbekannten Gründen nicht kamen, sprang das DRK spontan ein.