Rochusschule Duisdorf

Brandschutzmängel: Aula gesperrt

Duisdorf. Die Duisdorfer Rochusschule sucht dringend einen Raum für Veranstaltungen, denn die Aula ist aus Brandschutzgründen gesperrt. Stadt sieht keine schnelle Lösung.

Kalt und nüchtern wirkt der Flur. Dort, wo sonst fröhlich-bunte Kinderbilder die Wände schmücken, sind jetzt nur noch eingetrocknete Klebereste zu erkennen. „Es sieht aus, als würden wir ausziehen“, meint Birgit Klippel, Leiterin der Rochusschule in Duisdorf. Doch nicht nur der Treppenaufgang wirkt trostlos. Oben angekommen, fällt der Blick sofort auf einen verbarrikadierten Raum: Mit rot-weißen Klebebändern ist die große Flügeltür zur Schulaula im ersten Stock abgesperrt. „Eintritt verboten“ heißt es dort seit den Herbstferien. Weil die Aula keinen zweiten Rettungsweg hat, ist sie aufgrund geltender Brandschutzbestimmungen gesperrt. Zwar geht die Feuerwehr davon aus, dass im Notfall 30 Personen über die Leiter gerettet werden können. Da in dem Anbau allerdings eine Klasse mit 29 Kindern untergebracht ist, darf die Aula jetzt nur noch von einer Person betreten werden.

Die Sperrung der Aula trifft Lehrer, Schüler und die OGS-Betreuer hart und unvorbereitet. „Eigentlich hätten wir dort jetzt das Martinsfest der Erstklässler gefeiert“, erzählt Klippel. Das werde man wohl in den Flur verlegen müssen. Aber auch die Weihnachtsfeiern der Klassen, die Schulparty und die legendäre Karnevalsfeier an Weiberfastnacht stehen auf der Kippe. Zudem wird die Aula als Spielzone für die Nachmittagsbetreuung oder bei Regenpausen genutzt. Besonders schwer haben es die Mitarbeiter der OGS. Denn seit den Herbstferien gibt es das Mittagessen für die Kinder nicht mehr in der Aula, sondern in Klassenräumen. „Jeder Teller und jedes Glas muss dafür durch das Gebäude hin und her getragen werden“, so die Schulleiterin.

Sie hofft jetzt, dass die Schule schnell und unbürokratische Hilfe bekommt. „Wir brauchen einen Raum, den wir für unsere Schulveranstaltungen nutzen können“, so Klippel. Denn nur so kann das Schulleben für die rund 280 Kinder in zwölf Klassen in gewohnter Weise aufrechterhalten bleiben. „Nächste Woche haben wir beispielsweise eine Theateraufführung geplant. Ich weiß noch nicht, wie wir das machen sollen“, ergänzt die Leiterin. Auf die Schnelle habe man kein Ausweichquartier finden können. „Besonders schlimm wäre es, wenn wir auf unser Karnevalsfest an Weiberfastnacht verzichten müssen. Denn alle Räume in der Umgebung sind natürlich längst ausgebucht“, so Klippel. Aber, so hat sie die Hoffnung, vielleicht findet die Rochusschule für den Übergang irgendwo in Duisdorf „Asyl“. „Es wäre wirklich schön, wenn uns jemand einen großen Raum oder eine Halle für unsere Schulveranstaltungen zur Verfügung stellt. Nur so lange, bis die notwendigen Brandschutzauflagen umgesetzt wurden“, erklärt die Pädagogin. „Wir sind für jedes Angebot dankbar.“

Wann mit den Arbeiten begonnen wird, das kann die Stadt derzeit noch nicht sagen. „Es muss eine außenliegende Treppe unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes einschließlich einer Zugangstür errichtet werden“, teilt das Presseamt auf GA-Anfrage mit. Neben dem Planungsverfahren einschließlich der Statik müssen die Arbeiten ausgeschrieben werden. Allein die Arbeiten vor Ort würden jedoch rund zehn Wochen dauern. In einer ersten Kostenschätzung für Treppe, Fundament, Türanlage sowie diverser Nebenarbeiten geht man von 50 000 bis 75 000 Euro aus. „Allerdings kann die Aula weiterhin als Raum genutzt werden, lediglich besteht eine Personenbegrenzung von maximal 30 Personen“, so Stefanie Zießnitz vom Presseamt. Allerdings nur, wenn die Klasse darüber leer ist.