Entwicklungshilfe aus Lessenich

Bonner Brunnenprojekt hilft Afrika

Lessenich. Der Name des früheren Ortsvorstehers aus Lessenich, Matthias Pinsdorf, ist auf einer Gedenktafel in Agkongo verewigt. Auf seiner Beerdigung wurde für das Projekt gesammelt.

Afrika trifft Bonn: An den ehemaligen Ortsvorsteher von Lessenich erinnert jetzt eine Gedenktafel, die in Kamerun steht. Wie es dazu kam, ist eine Geschichte, die ganz im Sinne von Matthias Pinsdorf gewesen wäre, der lange Jahre als CDU-Politiker im Schatten der Laurentiuskirche gewirkt hat und am 12. März diesen Jahre im Alter von 93 Jahren verstorben ist.

Bei der Beerdigung von Pinsdorf hatte die Familie anstelle von Kränzen um eine Spende für den Verein Elefantenfüße gebeten, der von Joschka Merz aus Bad Godesberg 2015 gegründet worden war. „Wir haben von dem Verein und dem Engagement des jungen Mannes gelesen, fanden es toll und haben im Familienrat abgesprochen, diesen mit den Spenden anlässlich der Beisetzung zu unterstützen“, erzählt ein Mitglied der Familie.

Gesagt, getan, es kamen rund 3500 Euro zusammen, die von Freunden und Verwandten Pinsdorfs eingezahlt wurden. Das war etwa die Hälfte des Betrages, den Joschka Merz brauchte, um den Brunnen in dem afrikanischen Ort Agkongo zu bauen.

Inzwischen ist der Brunnen fertig, und in Gedenken an Matthias Pinsdorf stellte Joschka Merz an diesem Ort die Gedenktafel auf. Zu lesen ist da: „Finanziert von den Elefantenfüßen e.V. – in Gedenken an Matthias Pinsdorf, Bonn.“

Und auch wenn die Kameruner wohl nicht viel wissen von den Verdiensten des ehemaligen Lessenicher Ortsvorstehers, werden sie die Tafel stets vor Augen haben. Für die Familie des Verstorbenen ist die Sache damit zu einem guten Ende gekommen: „Es ist super gelaufen“, so das Familienmitglied. „Wir wurden informiert, dass der Brunnen gebaut wurden und es wurde lückenlos nachgewiesen, dass das Geld ausschließlich für den Brunnenbau verwendet wurde.“ Auch die Frage, ob die Tafel installiert wird, sei mit der Familie abgesprochen gewesen. „Unser Vater hätte das gut gefunden, und das Projekt ist toll und zur Nachahmung empfohlen“, sagt einer der Söhne, warum das grüne Licht dafür sofort erteilt wurde. „Das Projekt wäre auch in seinem Sinne gewesen.“

Matthias Pinsdorf war zwischen 1952 und 1969 Mitglied des Rats der Gemeinde Lessenich und von 1975 bis 1989 Teil der Bezirksvertretung Bonn. Zudem bekleidete er ab 1969 sechs Jahre lang das Amt des Ortsvorstehers von Lessenich und war dort hochgeachtet. Für seine ehrenamtlichen Leistungen verlieh ihm die Stadt die Ehrenbezeichnung „Stadtältester“, zudem war Pinsdorf mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt worden.

Joschka Merz ist gerade erst von einem erneuten Afrika-Trip zurück. „Ich habe dort Dörfer besichtigt, da sie möglicherweise der Standort für unseren nächsten Brunnen sein könnten“, erklärte er. Die Entscheidung, welches Dorf als nächstes dran ist, sei aber derzeit schwer zu treffen, und er könne noch nicht sagen, nach welchem System sie getroffen wird. „Sicher ist nur, dass es insgesamt ein großes Bedürfnis gibt.“