Marode Schwimmhalle

Bonn plant 22 Millionen Euro für Hardtbergbad

Blick aufs Hardtbergbad

Das Hardtbergbad soll für rund 22 Millionen Euro modernisiert werden.

Bonn. Die Stadtverwaltung will das Hardtbergbad so schnell wie möglich sanieren, weil jederzeit ein Ausfall der alten Technik droht – mit üblen Folgen für das Schulschwimmen. Sie schlägt auch eine Rutsche für 1,8 Millionen Euro vor.

Die Stadtverwaltung will das Hardtbergbad für rund 22 Millionen Euro modernisieren. Darin enthalten sind laut einer Vorentwurfsplanung die Sanierung des 50 Jahre alten Gebäudes und des 1982 errichteten Freibades sowie ein zusätzliches Lehrschwimmbecken in der Halle. Das geht aus einer Beschlussvorlage für die Ratssitzung am 4. Juli hervor, bei der eine vertiefte Planung zur Debatte steht.

Unter Vorbehalt regt die Stadt zudem den Ausbau zum „Familienbad“ an – mit Erweiterungsbauwerk für ein Kursbecken, einen Eltern-Kind-Bereich und eine Gastronomie (weitere 5,6 Millionen Euro). Dazu könnte eine Ganzjahresrutsche kommen, um die Attraktivität des Bades zu erhöhen (1,8 Millionen).

Die Stadtverwaltung schlägt aber vor, die Familienbad-Maßnahmen erst ins laufende Bürgerbeteiligungsverfahren zur Zukunft der Bonner Bäder einzubringen. Bis Jahresende sollen wie berichtet repräsentativ ausgewählte Bonner in sogenannten Planungszellen Vorschläge erarbeiten, nachdem das von der Ratsmehrheit beschlossene Hallenbad Wasserland 2018 durch einen Bürgerentscheid gestoppt worden war.

Knackpunkt dürfte das knappe Geld werden: In der Bäderpauschale stehen bis nächstes Jahr 26 Millionen Euro bereit. Mit der Modernisierung des Hardtbergbades ist diese Summe schon fast ausgeschöpft. Für weitere Badsanierungen werde die Stadt im nächsten Doppelhaushalt die nötigen Mittel anmelden, teilte das Presseamt am Freitag mit. Wie viel Spielraum die seit Jahren defizitäre Kommune haben wird, ist aber unklar: Ab 2021 hat Bonn von der Bezirksregierung Köln die Vorgabe, einen ausgeglichenen Etat vorzulegen.

Die Sanierung des Hardtbergbades soll schnellstens starten. Der 2012 festgestellte Sanierungsstau habe sich weiter velrschlimmert, heißt es in der Vorlage. Die Stadt warnt vor der Gefahr, dass das Bad über Monate ausfallen könnte, wenn die alte Original-Technik versagen sollte – so wie 2018 in der Beueler Bütt. Auch das Frankenbad weist starken Sanierungsstau auf. Die Stadt will unbedingt eine gleichzeitige Sanierung mehrerer Hallenbäder vermeiden – sonst würden massive Ausfälle im Schulschwimmen drohen.

Die energetische Sanierung des Hardtbergbades soll einschließlich neuer Technik rund 15,4 Millionen Euro kosten, die Freibadsanierung 3,7 Millionen. Das neue Lehrschwimmbecken (2,8 Millionen) soll mittelfristig das marode Schwimmbecken in der Derletalschule ersetzen, das seit Herbst 2017 außer Betrieb ist. Für den Übergang will die Verwaltung das Schulbecken und den zugehörigen Technikkeller jedoch für rund 1,35 Millionen Euro ertüchtigen.

Nach den bitteren Erfahrungen in der Beethovenhalle hat die Stadt in die Kostenschätzungen diesmal Risikozuschläge für Unerwartetes und jährliche Baupreissteigerungen eingerechnet – zwischen 25 und 35 Prozent. In den reinen Sanierungskosten der Halle etwa ist laut Presseamt ein Puffer von 3,27 Millionen Euro enthalten.