Politik zur Duisdorfer Fußgängerzone

Bezirksvertreteung beschließt Sperrung zur Einfahrt Derlestraße

Die Rochusstraße soll mit zusätzlichen Pollern für den PKW-Verkehr gesperrt werden.

Die Rochusstraße soll mit zusätzlichen Pollern für den PKW-Verkehr gesperrt werden.

Duisdorf. Die Politik beschließt mit Mehrheit eine weitere Einschränkung der Durchfahrt in die Fußgängerzone. „Das ist mit heißer Nadel gestrickt“, findet dagegen die SPD. Auch Am Burgweiher und der Konrad-Adenauer-Damm waren Themen im Lokalparlament.

Nach jahrelangen Diskussionen, wie man die Autos raus aus der Duisdorfer Fußgängerzone bekommen kann, haben die Lokalpolitiker am Dienstagabend in der Sitzung der Bezirksvertretung Hardtberg Nägel mit Köpfen gemacht. Auch die Planung für die Umgestaltung des Burgweihers wurde wieder in Gang gesetzt. Ein Leitsystem zur Regulierung der Geschwindigkeit des Verkehrs auf dem Konrad-Adenauer-Damm wird es jedoch nicht geben.

Fußgängerzone: Die Stadt sah keine Möglichkeiten, etwas gegen den verbotswidrigen Durchgangsverkehr zu tun, doch die CDU bestand darauf: Die Zufahrt von der Derlestraße in die Fußgängerzone wird mit mechanischen Absperrpfosten geschlossen. Sie sollen im Bedarfsfall entriegelt werden, so wie im nördlichen Abschnitt neben der Engels-Apotheke. Mit großer Mehrheit gegen die Stimmen der SPD wurde diese Lösung genehmigt. Dies umfasst auch, dass der Ordnungsdienst nach dem Willen von CDU, FDP und Grünen angewiesen wird, künftig regelmäßig die Pfosten zu überprüfen, einzusetzen sowie widerrechtliches Befahren durch Verwarnungsgelder zu ahnden.

„Das ist mit heißer Nadel gestrickt“, findet dagegen SPD-Mann Gisbert Weber, seines Zeichens auch Vorsitzender der Wirtschafts- und Gewerbegemeinschaft. Man solle die Leute nicht verärgern, sondern brauche ein Konzept für alle Verkehrsteilnehmer. „So aber bringt das nichts und ist ein Schildbürgerstreich.“ Das sieht auch SPD-Fraktionschef Dominik Loosen so: „Wenn wir an der Derlestraße zumachen, verhindern wir die Durchfahrt nicht.“ Schließlich könne sich jeder Autofahrer im Baumarkt einen Schlüssel besorgen, um die Pfosten zu öffnen. Sein Vorschlag: „Wir brauchen versenkbare Poller.“

Aber wer soll die bezahlen, fragte CDU-Ratsherr Bert Moll und war nicht von seinem Plan abzubringen. „Das ist einen Versuch wert, denn wir müssen endlich handeln und nicht nur reden“, fügte CDU-Fraktionschef Wolfgang Esser hinzu.

Am Burgweiher: Der ständige Stau dort zwingt zum Handeln, deshalb werden die alten Planungen wieder aufgenommen. „Aber das sollte allen Verkehrsteilnehmern nutzen“, sagte Moll und vergaß auch nicht zu erwähnen, dass die Duisdorfer Bürger eine geteilte Meinung zu den seinerzeit geplanten Kreisverkehren haben. Der Beschluss, die Vorplanungen zur Entwicklung der Straßen Am Burgweiher/Am Burgacker wieder aufzunehmen, wurde dann einstimmig gefasst. Da schon 200 000 Euro an Planungskosten verausgabt wurden, müsse man nicht bei Null anfangen, sondern könne auf den alten Unterlagen zur Umgestaltung aufbauen.

Konrad-Adenauer-Damm: Ein Leitsystem zur Regulierung der Geschwindigkeit des Verkehrs wird es dort nicht geben. Das städtische Tiefbauamt führte aus, dass ein solches System weitgehend wirkungslos sei und die Effekte in keinem Verhältnis zum finanziellen Aufwand stünden.

Auch zur Lärmreduzierung tauge es nicht, weil sich bei niedrigem Tempo tagsüber die Verkehrsmengen und damit die Motorgeräusche ja nicht ändern würden. Nachts seien bei höherem Tempo dagegen die Rollgeräusche maßgeblich als Problem auszumachen. Und wenn die Autos dann zu Nachtstunden schneller fahren dürfen, werde sich der Verkehrslärm dadurch eher noch verstärken, glauben die Experten.

Diese Auskünfte fand die CDU ernüchternd und erklärte ihren Antrag für erledigt. „Aber es war gut, sich damit zu beschäftigen“, sagte Moll und bat die Verwaltung, Ideen zu entwickeln, wie man die Wohnquartiere vom Verkehr entlasten könnte, um Autos auf die Durchgangsstraßen zu verlagern.