Celsius-Quartier

Bewohner auf dem Brüser Berg sind begeistert

Neue Gemeinschaftsküche: Bewohner des Celsius-Quartiers und Mitarbeiter der Caritas freuen sich über die von Margret Faßbender (links) überbrachte Küchen-Spende der Faßbender-Stiftung.

Neue Gemeinschaftsküche: Bewohner des Celsius-Quartiers und Mitarbeiter der Caritas freuen sich über die von Margret Faßbender (links) überbrachte Küchen-Spende der Faßbender-Stiftung.

Brüser Berg. Das Celsius-Quartier auf dem Brüser Berg entwickelt sich mehr und mehr zum Vorzeigemodell. Jetzt erhielten die Bewohner eine Gemeinschaftsküche von der Faßbender-Stiftung.

„Wenn nicht die LeA, der Verein für Lebensqualität im Alter, die Caritas und der Herr Brings gesagt hätten, wir probieren das jetzt einfach“, freute sich Caritasdirektor Jean-Pierre Schneider, „dann wäre ein solch gutes Projekt wie das Celsius-Quartier gar nicht erst entstanden.“ Schneider stand gemeinsam mit Caritas-Bereichsleiterin Birgit Ratz und der Celsius-Quartierskoordinatorin Ute Wollersheim in der Küche des Nachbarschaftstreffs der neuen Wohnanlage an der Celsiusstraße. Gemeinsam begrüßte man dort Margret Faßbender, die im Namen der Faßbender-Stiftung die Einrichtung einer Gemeinschaftsküche mit 10.000 Euro unterstützt hatte.

So typisch deutsche Gerichte wie Spargel-Schinkenröllchen oder Blumenkohlauflauf mit Rinderhackfleisch fanden sich auf dem Buffet neben Hummus, Baba Ganoush oder Pelmeni. Mieterinnen des Celsius-Quartiers hatten zu Ehren der Sponsoren Gerichte ihrer Heimatländer zubereitet. Nicht zum ersten Mal kamen die Frauen im Nachbarschaftstreff der Anlage zusammen. Auch wenn die 59 Wohnungen erst seit Ende des letzten Jahres bezogen wurden, sind schon viele Freundschaften entstanden. „Ich fühle mich hier, wie ein Fisch im Wasser“, sagte Lidia Melnikov. Obwohl sie mit ihrem Mann schon zuvor auf dem Brüser Berg gewohnt hatte, sei das Leben in dem Neubau mit nichts zu vergleichen. „Sehr zufrieden“ sei sie auf jeden Fall.

Durch glücklichen Zufall Quartier entdeckt

Monika Hager besteht darauf, nicht nur als „zufrieden“ zitiert zu werden: „Ich bin begeistert!“, sagte sie. Als ihr Mann starb, zog Hanim Ghozzy von Karlsruhe aus in die Celsiusstraße. 35 Jahre hatte die Ägypterin in Süddeutschland gelebt. Jetzt ist sie in die Nähe ihrer Tochter gezogen, die in Duisdorf lebt. „Für mich wäre es eine Katastrophe gewesen, alleine zu sein“, so Ghozzy. Ein glücklicher Zufall habe sie das Celsius-Quartier entdecken lassen. Sie weiß das Miteinander der Bewohner sehr zu schätzen. „Hier stimmt einfach die Atmosphäre“, lacht sie und entfernt dabei die Frischhaltefolie von ihres Baba Ganoush, einem Auberginenpüree mit Sesamöl.

„Das Quartierskonzept hatte meinen Mann bereits in der Planung überzeugt“, sagte Margret Faßbender. Zusammen mit dem Investor Peter Brings habe Paul Faßbender schon früh Gefallen an dem Konzept des geplanten Miteinanders von älteren mit pflegebedürftigen Bewohnern gefunden. Zudem sei es für alle Beteiligten eine Bereicherung, auch mit zwei Wohngemeinschaften demenziell erkrankter Menschen zusammenzuleben, fügte Ute Wollersleben hinzu. Hier achte man gegenseitig aufeinander.

Viele Pflegeangebote für ältere Bewohner

„Es läuft hier so gut“, sagte der Bonner Caritas-Chef Schneider, „dass wir vorhaben, weitere Projekte mit den hier gemachten Erfahrungen umzusetzen.“ Man sei bereits mit anderen Partnern im Gespräch. Im Celsius-Quartier scheint alles auf ideale Weise zu funktionieren: Bewohner könnten pflegebedürftig werden und fänden dort Tagespflege und einen ambulanten Pflegestützpunkt genauso wie auch Wohngemeinschaften für demenziell erkrankte Menschen.

Dabei ist der Nachbarschaftstreff mit seinen vielfältigen Angeboten vom Kaffeeklatsch über Gymnastik oder Jin Shin Jyutsu, von Deutschkursen bis zum Reparaturcafé, mit Spielenachmittagen oder jetzt auch dem gemeinsamem Kochen ein Herzstück der Anlage.